Kurz nach Fertigstellung des extra für die Hypo Real Estate entworfenen Banken-Verstaatlichungsgesetzes, scheint auch das Konzept für eine „Bad Bank“ gefunden zu sein. Analog des Bankenrettungsfonds SoFFin soll der Mobilisierungsfonds ebenfalls als Unterstützung für notleidende Banken eingesetzt werden und somit endlich die erhoffte Normalisierung des Geschäftsbetriebs ermöglichen.
Das Konzept des Mobilisierungsfonds sieht dabei vor die „toxischen Papiere“, also jene Anleihen, die zurzeit als nicht verkäuflich oder sogar wertlos eingestuft werden müssen für einen befristeten Zeitraum zu übernehmen. Betroffene Banken übergeben quasi ihre Altlasten samt den zu erzielenden Erträgen an den Fonds und bereinigen dadurch die eigenen Bilanzen. Dadurch wäre das Risiko weiterer Wertberichtigungen zunächst gebannt und man könnte sich wieder auf den eigentlichen Geschäftsbetrieb, die Liquiditätsbereitstellung für die Wirtschaft, konzentrieren.
Mobilisierungsfonds gibt verzinsliche Anleihen für toxische Papiere aus
Die Verwertung der Anleihen und sonstigen Wertpapiere wird in der Folge durch den Mobilisierungsfonds übernommen. Als Stichtag für die Bewertung der zu übergebenden Wertpapiere wurde, so heißt es, der 31.12.2008 festgelegt um die betroffenen Banken vor weiteren Abschreibungen auf Wertpapiere für das Jahr 2009 zu bewahren. Pro Bank werde ein Konto bzw. Depot innerhalb des Fonds eröffnet in welches die Papiere eingelagert und zur weiteren Verwertung aufbewahrt werden (alles eher bildlich gesprochen). Dadurch können die Lasten der einzelnen Banken voneinander getrennt werden und im zweiten Schritt im Gegenwert der jeweils eingelieferten Papiere variabel verzinsliche Anleihen an die Banken ausgegeben werden.
In der Summe scheinen diese Maßnahmen die Deutsche Neuauflage des Amerikanischen Systems zu sein, bei dem schlechte Wertpapiere von der Zentralbank aufgekauft und somit gegen frisches Notenbanken-Geld ausgetauscht werden. Um die Folgen vorauszusagen bedarf es für die amerikanische wie auch deutsche Lösung keines tiefgehenden Volkswirtschafts-Studiums. Fällt der Sachwert pro Währungseinheit sinkt der Wert der Währung, Inflation ist die Folge. Der Run auf Gold und Silber wird also weiter verstärkt, je mehr Menschen das Gefühl bekommen, dass der gewählte Lösungsansatz so einfach eigentlich nicht klappen kann.

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