Die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) soll zukünftig aktiver gestaltet werden, was bedeutet, dass eine Wandlung des IWF zu einer Art Welt-Finanzaufsicht geplant ist. Diese soll maßgeblich dazu beitragen künftige Wirtschaftskrisen schneller zu bekämpfen und effiziente Maßnahmen einzuleiten um Krisenfolgen abzumildern.

Während über die neue Ausrichtung des IWF Einigkeit herrscht, ist die Frage der Finanzierung bislang eher offen. Klar ist, dass der IWF eine deutlich verbesserte Finanzausstattung benötigt um die gestellten Aufgaben auch bewältigen zu können – welches der 186 IWF Mitglieder sich in welcher Höhe an den Kosten der Finanzierung beteiligt ist allerdings bislang kaum konkret beschlossen worden.

Zinsen statt Spenden – IWF begibt Anleihe

Da Spenden für den IWF eher kaum zu erwarten sind, hat man sich dort eine alternative Form der Finanzierung überlegt, welche sich in der Unternehmensfinanzierung bereits seit Jahrzehnten bewährt hat. Mit der Begebung einer Anleihe sollen die notwendigen Mittel von den Regierungen zur Verfügung gestellt werden, die im Gegenzug dann an den Einnahmen der Anleihe partizipieren können. Um Währungseffekte auszugleichen setzt man in dieser Anleihe auf die mittlerweile als „Kunstwährung“ bekannten Sonderziehungsrechte, welche aus einen Währungskorb aus US-Dollar, Euro, Schweizer Franken, Britischen Pfund und Japanischen Yen abbilden.

China verpflichtet sich 50 Mrd. USD zu investieren

Seit dem 1. Juli 2009 ist steht die IWF Anleihe zum Kauf, bislang fand sich allerdings noch kein namhafter Käufer, der die Finanzausstattung des IWF deutlich verbessert hätte, ein Zustand, der sich jetzt mit der Bekanntgabe der Chinesischen Regierung ändert. Diese hat durch die Person des stellvertretenden Gouverneurs der chinesischen Notenbank die Vereinbarung über einen Anleihen-Kauf von 50 Mrd. USD treffen lassen und damit ein klares Startsignal für alle beteiligten Nationen gegeben.

Im nächsten Schritt liegt es nun an den europäischen Staaten ihren Anteil von bislang 75 Mrd. Euro an dem Budget des IWF entsprechend auf die Zielgröße 125 Mrd. Euro aufzustocken. Woher das Geld dafür kommen soll erscheint zum aktuellen Zeitpunkt der schnell steigenden Staatsverschuldung zwar rätselhaft, über deren Sinnhaftigkeit sollte dennoch kein Zweifel bestehen.

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