Bürger als Kunden? Keine neue Angelegenheit für die Bundesrepublik Deutschland, aber in der Aufbereitung als Finanzagentur doch ein neues Erscheinungsbild.
Die Bundesrepublik stellt sich in Sachen „Bürger als Kunden“ neu auf. Mit einer Fokussierung auf das Privatkundengeschäft präsentiert sich die bundeseigene Finanzagentur als alter und neuer Mitbewerber um die Gunst der Kunden.
In den vergangenen Monaten hatte man sich mit Hans Jörg Pae und Johannes Schlütz zwei überaus erfahrene Manager aus der Privaten Geldwirtschaft zur Unterstützung des Projekts „Privatkunden Offensive“ geholt. Im Rahmen der Düsseldorfer Anlegermesse wurde jetzt das Ende der Planungsphase und der Beginn der Umsetzung verkündet.
Ziel ist so Finanzagentur Geschäftsführer Gerhard Schleif binnen der nächsten vier bis fünf Jahre den Anteil der Privatkunden an der staatlichen Bruttokreditaufnahme von bislang 2 Prozent auf 4 bis 5 Prozent zu steigern. Dazu sollen während der nächsten Jahre neue Produkte entwickelt werden, die verstärkt auch für Privatkunden interessanter werden. Nach der ersten Bestandsaufnahme werden staatliche Schuldpapiere zwar als durchaus lukrativ für Privatanleger bewertet, der Erwerb solcher Papiere ist aber vergleichsweise umständlich. An dieser Stelle sollen die ersten Verbesserungen vorgenommen werden – Bürger werden als Kunden es zukünftig deutlich leichter haben zumindest einmal an den Schulden des eigenen Staates zu partizipieren.

Finanzagentur – Tagesgeld ähnliche Anlage eine Überlegung
Im Rahmen dieser Marktanalyse wurde auch der Wunsch vieler Anleger nach kurzfristigen Vermögensanlagen erkannt – als Reaktion werden zurzeit Überlegungen hinsichtlich einer kurz laufenden, einem Tagesgeld Konto ähnlichen Anlageform, vorgenommen.
So interessant der Wandel und die neuen Ziele der Finanzagentur auch sein mögen, so ganz kann man sich natürlich nicht von den eigenen Wurzeln trennen. Demzufolge muss man sich auch auf der Anlegermesse eher bedeckt halten, denn: Beschlossen ist noch nichts, die neue Strategie liegt dem Finanzministerium vor, welche Änderungen im Rahmen einer politische Großwetterlage eventuell noch zu berücksichtigen sind, wird sich für alle Beteiligten in den nächsten Wochen, vielleicht sogar Monaten zeigen. Vielleicht auch eine neue Erfahrung für die beiden neuen Manager.

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