Der Gründer und Chef der amerikanischen Investmentfirma Berkshire Hathaway, Warren Buffet, war im letzten Jahr aufgebrochen um im fernen Deutschland jene Unternehmen ausfindig zu machen, deren Geschäftsmodell dem Anspruch der Profitabilität und Zukunftsfähigkeit des Investmenthauses genügen. Nach dem Erfolg seiner Investment-Reise befragt sagte Buffet damals, dass er erstaunt sei, wie gering das Interesse seitens der Unternehmen gewesen sei, von seiner Markterfahrung nebst Kontakten und Budget zu profitieren.
Mit der heute veröffentlichten Mitteilung das sich der Spezialwerkzeughersteller IMC Group an der Deutschen KROMI Logistik AG mittels einer Kapitalerhöhung beteiligt hat, relativiert sich die Erfolglosigkeit des Deutschland Besuchs. Da das mit 40 Mio. Euro Umsatz und rund 2 Mio. Euro Gewinn recht kleine mittelständische Unternehmen eigentlich unterhalb des für Investoren notwendigen Investmentvolumens agiert, so scheint das Konzept der Unternehmensführung um so aussichtsreicher.
Das auf die Werkzeugversorgung von Maschinenbau, Schiffbau, Luft- und Raumfahrt sowie Automobilzulieferer zugeschnittene Geschäftsmodell bietet eine Nische, die nicht nur eine perfekte Ergänzung für die IMC Group darstellt, sondern – das ist reine Spekulation – die Tugend „perfekte Organisation“ mit dem Anspruch einer deutlich verbesserten Werkzeugnutzung- und -kosten-Rate kombiniert.
Bleibt mal wieder nur die Frage, warum es erst einer US-Investmentfirma bedarf, dieses Potential zu erkennen und entsprechend zu fördern. Das Wissen um Maschinenbau und Ingenieurwesen und deren Chancen sollte doch eigentlich auch in Deutschland einigermassen gut ausgeprägt sein.

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