In ihren Grundfesten erschüttert wurde die weltweite Finanzwirtschaft im September 2008 durch die Kreditkrise. Nach dem die US-Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz anmelden musste und der Versicherungskonzern AIG durch den Staat und Notenbank gerettet wurde, gerieten Versicherer, Investmenthäuser und Banken in den Fokus der Anleger. Denkbar schlecht war dieses Umfelds auch für Fonds. Im Schnitt verloren die Anleger der 11.968 im deutschsprachigen Raum zugelassenen Fonds 5,9%, nur jeder fünfte Fonds stand im Plus.
So nervös wie noch nie seit Beginn der Krise waren die Märkte im September. Rekordniveau erreichte die Volatilität. Erstmals erreichte seit Beginn der Krise der Volatilitätsindex der Optionsbörse in Chicago ein Niveau von über 50 und verdoppelte sich damit. Um 71,1% ist im September auch der VDAX, der die Schwankungsbreite deutscher Aktien misst, nach oben katapultiert worden.
Stark unter Druck gekommen sind besonders die Aktienmärkte angesichts der steigenden Volatilität. Abgestürzt sind Weltaktien gemessen am MSCI World um 7,6%. Mehr als 9% verlor in den USA der S&P 500. 9,6% gab in Europa der Euro Stoxx 50 nach. Gemessen am Citigroup European Monetary Union Government Index konnten europäische Staatsanleihen leicht profitieren und legten 0,6% zu.
Im September brachen besonders Schwellenländeraktien stark ein. Um 13,5% gab der breit gestreute Index MSCI EM (Emerging Markets) nach. Vielmehr büßten aber einzelne Länder ein. Der russische RTS musste einen Verlust von 22,8% hinnehmen, während der brasilianische Bovespa mehr als 21% nachgab.
Unter Druck standen im September vor allem Energie- und Minenwerte. Eine Berg- und Talfahrt erlebten zwar auch Finanztitel, aber gemessen am MSCI Word Finacials verloren diese Titel nur 4,6%. Mehr als 27,3% brachen hingegen Metall- und Minenaktien gemessen am MSCI World Metals & Mining ein. Den heftigen Bewegungen am Markt war dies geschuldet.
Herbe Verluste haben Metalle, die auch in der industriellen Produktion Verwendung finden, hinnehmen müssen. Um 26% stürzte beispielsweise Platin ab. Dank seines Status als Krisenmetall konnte Gold dagegen um 11,3% zulegen. Über 900 $ pro Unze wurden teilweise notiert.
Gegen den Euro gewann der japanische Yen 7,1%, der US Dollar 4,8%.
Zu den besten Assetklassen zählten im September Anleihen- und Geldmarktfond. Von den starken Schwankungen am Währungsmarkt profitierten viele und konnten dementsprechend überdurchschnittliche Rendite abwerfen. Erträge von mehr als 5% brachten besonders Anleihen- und Geldmarktfonds aus Asien (von Hongkong über China bis Japan).
Wesentlich länger ist allerdings die Liste der Verlierer. Massiv stürzten im September besonders Aktienfonds ab. Um den letzten Platz streiten sich dabei österreichische und brasilianische Aktienfonds. Massiv unter Druck standen aber auch nordeuropäische oder russische Aktienfonds. Fonds mit dem Fokus auf Rohstoffaktien gehörten ebenfalls zu den Verlierern.
Viele Short Produkte und ETS befinden sich dagegen unter den Top Fonds. Der DJ STOXX 600 TECHNOLOGY SHORT ETF 1C konnte dabei am besten abschneiden. Er setzt auf fallende Kurse bei den Technologie-Werten. Diese Fonds ging es um 20,4% nach oben. Unter den besten Top 30 Fonds sind noch acht weitere Short ETFs präsent. Zwischen 6,8 und 16,2% Rendite erwirtschaften diese Fonds.
Immobilienfonds überzeugten mit guter Performance
Auch mit Immobilien konnten Anleger Geld verdienen. In traditionelle Immobilienfonds und auch in im Real Estate Sektor anlegenden Hedge Fonds investierten die beiden Fonds SAAF I (CH) Real Estate Plus Fund (EUR) und SAAF I (CH) Real Estate Plus Fund (USD). Je nach Tranche erwirtschafteten die Schweizer damit bis zu 14,7%. Zur Palette von Clariden Leu gehörten diese Fonds. Unter die Top Fonds gekommen sind noch zahlreiche andere Dach-Konstruktionen von Clariden Leu. Darunter etwa der SAAF II (CH) US L/S Equity Fund USD, der SAAF I (CH) Latin America Fund (USD) sowie der SAAF I (CH) Dragon Fund (USD).
Im September erreichte erstmals seit Beginn der Krise der VIX einen Wert von über 50. Der CAAM Funds Volatility World Equities CC konnte in solchen nervösen Zeiten zulegen. Fondsmanager Gilbert Kekin investiert über Optionen in Volatilität und macht so mit der steigender Nervosität Geschäfte. 10,5% Prozent erwirtschaftete der Fonds im September. Auf eine Rendite von über 6% kam auch der Euro Equities.
Gold gefragt
Da im September Sicherheit gefragt war, profitierten neben Gold auch viele Rentenpapiere. Der ZKB Gold ETF konnte bei den Fonds 9,5% verdienen. Sowohl Japan Fonds als auch US Fonds gewannen auf der Rentenseite. Über 8% erwirtschaftete der WARBURG-U.S. TREASURY BONDS-TRENDS-FONDS. Auf etwas über 6,8% kamen japanische Anleihefonds wie der CMI (Lux) Japan Bond, wie der ING (L) Renta Fund Yen P Cap oder der Vanguard Japan Government Bd Index Inv USD. Währungsgewinne mitnehmen und vom sicheren Hafen der Staatsanleihe profitieren konnten hier die Anleger. Stark abgewertet wurde der Euro gegen Yen und Dollar.
Osteuropa und Österreich Fonds gehörten zu den größten Verlierern
7,4% verlor der global veranlagte Templeton Growth Fund im September. Knapp über der Benchmark, im MSCI World, der 7,6% verlor, liegt der 13,4 Milliarden € schwere Fonds. Breit gestreut waren die Verlierer im September. Zu den größten Geldvernichtern zählen viele Aktienkategorien. Ihre Rendite büßten insbesondere Russland Aktienfonds ein. Die Fonds verloren in nur einem Monat bis zu einem Drittel ihres Kapitals. Für Fonds mit Fokus auf Minenwerte oder für Fonds mit Fokus auf Brasilien gilt selbiges. Bis zu 27,5% mussten auch österreichische Aktienfonds einbüßen. Stark unter die Räder gekommen sind somit besonders kleiner kapitalisierte Märkte und Schwellenländer im September.
Fazit ziehend kann man sagen, dass die Finanzkrise im September mit der ganz großen Keule zugeschlagen hat. Lügen gestraft wurden Analysten, die bereits dachten, dass das Schlimmste überstanden sei. Zusätzlich wird die Stimmung der Anleger durch die dunklen Wolken am Weltwirtschafts-Himmel getrübt, die bereits eine Stagnation vermuten lassen. Einen Verlust von 6% mussten Fonds Anleger dabei in nur einem Monat zu verkraften. Ausgeglichen werden können diese Verluste nur im Hinblick auf einen langfristigen Zeithorizont.

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