„Hohe Gebühren – mäßige Leistung“, so ist es im Handelsblatt zu lesen, ist eines der größten Ärgernisse der Investmentfonds Branche. Wer sich jetzt entspannt zurücklehnt – nein, es geht hier nicht um überbezahlte Hedge-Fonds Manager mit Sitz in London oder den Bahamas, es geht um den ganz normalen europäischen Investmentfonds Manager von nebenan.
Der Anlass für den Handelblatt Bericht ist eine von Gecam (Vermögensverwaltung Gecam) veröffentlichte Analyse des Fondsmarktes wonach fast zwei Drittel der Fondsmanager es nicht schaffen den Index, bzw. den Index abbildenden Indexfonds zu schlagen und somit das Ihnen anvertraute Geld der Anleger unterdurchschnittlich gut investieren.
Das eigentliche Ärgernis, so sieht es der Autor und vermutlich auch die Anleger sind die höheren Gebühren, welches Anleger für aktives Fondsmanagement gegenüber den Indexfonds bezahlen. Statt rund 0,5 Prozent Gebühren kostet der durchschnittliche Investmentfonds jährlich eine Managementgebühr von ca. 1,4 Prozent (den immer noch oft genug zu bezahlenden Ausgabeaufschlag hat man bei dieser Betrachtung außer Acht gelassen).
Aber warum sind so viele so unterdurchschnittlich erfolgreich? Zwei Drittel der Fondsmanager haben – drastisch ausgedrückt – versagt. Zu unentschlossen, fast ängstlich das Investment, zu nahe an der Benchmark, dem Index, so wird dieses Ergebnis von Fondsmanager Kollegen aus der Branche kolportiert.
Oder sind es vielleicht zu viele gegensätzliche Abhängigkeiten, die Fondsmanager dazu veranlassen den einen oder anderen Wert in das Fondsvermögen zu nehmen, trotz der Gewissheit damit nicht unbedingt die optimale Lösung für den Anleger gefunden zu haben?
Oder muss es bei einer durchschnittlichen Marktentwicklung, welche ein Index unzweifelhaft darstellen soll nicht auch Gewinner und Verlierer geben?
Welchen Schluss können private Anleger aus einer solchen Beobachtung des Marktes ziehen? Was könnten Sie tun, wenn sie für sich selbst ein optimales Ergebnis erhalten möchten?
Die Lösung der Gecam, wie auch des einen oder anderen Fondsmanagers ist sicherlich keine ganz falsche – schauen Sie sich als Anleger nicht nur die Fondsgesellschaft an, sondern auch die bisherigen Leistungen des Fondsmanagers. Mittlerweile bieten verschiedene Stellen nicht nur eine Bestenliste für Investmentfonds hinsichtlich der Wertentwicklung, sondern auch eine Einschätzung der Leistung, bzw. des Leistungsvermögens des Fondsmanagers, bzw. des Fondsmanagement Teams (z.B. Sauren Research).
Letztendlich müssen sich Anleger wie auch Fondsmanager und Fondsgesellschaften doch eingestehen, dass es den einen perfekten Fonds nicht geben kann. Egal ob prominente Beispiel wie Templeton Growth (ISIN LU0114760746) oder Fidelity European Growth (ISIN LU0048578792) – oder fast schon wieder vergessene wie Vermögensaufbau-Fonds HAIG (ISIN LU0144224713) vor Schwächephasen oder Fehlinvestments ist niemand dauerhaft geschützt. Sollte tatsächlich die Kostenquote bei aktiv gemanagten Fonds als zu hoch erscheinen, bliebe immer noch die Möglichkeit eine Performance abhängige Gebühr anstelle der fixen Managementgebühr einzufordern. Wer will schließlich ausschließlich in den Durchschnitt, den Index investieren. Ist das Thema Fonds schon ohnehin nicht der Straßenfeger des Investmentgeschäfts …

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