Auch der Deutsche Aktienindex kann sich nicht vor der allgemeinen Korrektur an den internationalen Börsen retten. Die starken Kurszuwächse der vergangenen Monate werden jetzt Stück um Stück wieder relativiert, wie weit es abwärts bleibt abzuwarten.  
In einem heute bei faz.net veröffentlichten Interview wurde DWS Chef Klaus Kaldemorgen nach seiner Sicht der Dinge befragt – warnt er mit den Worten „Wir haben keinen Bärenmarkt“ vor übereilten Verkäufen und relativiert wenige Absätze später seinen Optimismus mit den Worten „Den alten Dax-Rekord werden wir in diesem Jahr nicht mehr sehen“.
Vielleicht haben es die 2.000 Verbraucher, die für die monatliche Erhebung des Gfk (Gesellschaft für Konsumforschung) Konsumklima Index befragt worden bereits im Voraus geahnt – hier stieg der Index zwar um 0,2 von 8,5 auf 8,7 Punkte insgesamt scheinen die deutschen Verbraucher aber den Eindruck zu gewinnen, dass das Wirtschaftswachstum insgesamt an Dynamik verliere. Die eigenen Aussichten werden demnach auch nicht sonderlich positiv gesehen – höhere Energiepreise trüben die Freude über nominal leicht steigende Einkommen.
Einzelhändler, die im ersten Halbjahr auch die Folgen der vorgezogenen Mehrwertsteuer Anschaffungen zu verkraften hatten sind dennoch zuversichtlich für die zweite Jahreshälfte, fallende Arbeitslosenzahlen und die anhaltend positive Einstellung gegenüber Anschaffungen sollten zu einer Belebung des Geschäfts führen.
So gesehen könnte es sich bei der aktuellen Korrekturphase vor allem um die Rückkehr zur Normalität und Schrumpfung der Übertreibung – zum Beispiel auch bei DAX und MDAX handeln. Demnach kann Klaus Kaldemorgen wahrscheinlich zustimmen: Es gibt keinen Bärenmarkt.

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