Mit den Worten „Die Anleger haben den Sprung in der Wertentwicklung des Fonds genutzt, um Gewinne mitzunehmen“ wird Bärbel Schomberg, Sprecherin der Degi-Geschäftsführung in der Börsenzeitung zitiert. Diese doch recht ungewöhnliche Begründung für den Abzug von 2,1 Milliarden Euro Anlegergeldern lässt doch stutzig werden. Betrachtet man die Wertentwicklung, welche tatsächlich einen Sprung von 2,3 Prozent auf 4,1 Prozent hinter sich gebracht hat, erscheint das fast ein bisschen wie eine Verabschiedung in guten Zeiten.
Vor dem Hintergrund, dass Immobilienfonds wie der z.B. KanAm grundinvest passable 6 Prozent durchschnittliche Wertentwicklung pro Jahr schaffen und sich gerade aus diesem Grund einer großen Nachfrage erfreuen; oder an einem anderem Beispiel der Grundbesitz Invest Immobilienfonds nach einer Phase aus Schließung und Neubewertung sogar einen Hüpfer auf 14 Prozent Performance im laufenden Jahr schaffte ohne Anlagevermögen zu verlieren entkräftet die Argumente der Degi Geschäftsführung und macht doch ein wenig nachdenklich.
Andererseits ist das Betriebsergebnis des Fonds absolut okay. Das so genannte Spring-Portfolio, welches aus 37 deutschen Immobilien besteht wurde für die Summe von 2,4 Mrd. Euro an amerikanische Investoren veräußert. Des Weiteren wurde jetzt auch der Verkauf von zwölf weiteren Objekten im Gegenwert von 600 Mio. Euro bekannt.
Es ist also auch nicht mehr viel Immobiliensubstanz da, die Investoren zum Bleiben bewegen könnten. Neue günstige Anlagegelegenheiten erscheinen momentan nicht in Sicht, bestehende Anlagen wurde zu einem guten Preis veräußert, was jetzt bleibt ist ein Immobilienfonds mit hoher Liquiditätsquote.
Da erscheint es nur folgerichtig, wenn Anleger ihre Gelder abziehen. Allerdings steht das nur indirekt mit der tollen Performance des Degi Grundwert Fonds in einem Zusammenhang.
Deutsche Immobilienfonds
Degi Grundwert-Fonds (ISIN DE0009807800)
Grundbesitz Invest (ISIN DE0009807008)
KanAm grundinvest Fonds (DE0006791809)

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