Bedingt durch die Erholung der Weltwirtschaft, konnten Containerschiffe mit um die 4.400 TEU (TEU = Standardcontainer) die größten Zuwächse bei den Charterraten verzeichnen . Hier stiegen die Raten bis zum vierten Quartal 2010 um 223 Prozent auf 21.000 US-Dollar pro Tag im Vergleich zum Jahresanfang. Auch die Größenklassen um 3.500 und 2.700 TEU zeigten mit gestiegenen Raten von jeweils 164 Prozent ein erfreuliches Wachstum. „Containerschiffe zählen zu den Gewinnern des Jahres 2010“, sagt Nils Lorentzen, der auf Seiten der DFR für den Newsletter Shipping Research verantwortlich ist. „Trotz des starken Wachstums der Weltcontainerflotte um rund 9 Prozent und der Wiederbeschäftigung von 436 zusätzlichen Aufliegern, konnte der Markt die Neuablieferungen gut verarbeiten“, beschreibt Lorentzen die aktuelle Entwicklung.

Nachhaltige Erholung der Containerschifffahrt

Laut Shipping Research ist auch für 2011 mit einer Fortsetzung der Erholung in diesem Segment zu rechnen. „Die Orderbücher für größere Containerschiffe sind zwar gut gefüllt“, sagt Nils Lorentzen von der DFR, „Neuablieferungen werden aber 2011 auf die voraussichtlich weiter steigende Nachfrage nach Tonnage treffen, so dass sich die Beschäftigungssituation bei den Containerschiffen auch in diesem Jahr positiv entwickelt.“ Dr. Helmut Knepel, Vorstand der Feri EuroRating Services ergänzt: „Die für das laufende Jahr prognostizierten Wachstumsraten für den Welthandel liegen bei 7 Prozent, das Weltwirtschaftswachstum wird aktuell auf 3,4 Prozent geschätzt: Vieles spricht dafür, dass die Erholung im Markt für Containerschiffe nachhaltig ist.“

Bulker- und Tanker noch mit Problemen

Weniger eindeutig sind die Einschätzungen für die Segmente Bulker und Tanker: Das beachtliche Flottenwachstum von 15 Prozent im Jahr 2010 trifft bei den Bulk-Carriern auf eine nicht gleichermaßen steigende Nachfrage nach Tonnage. Der aktuelle Angebotsüberhang bei den Bulkern belastet laut Shipping Research Schiffswerte und Charterraten dieser Massengutfrachter erheblich. Bei den Tankern befanden sich die Charterraten 2010 zum Teil weit unter dem Durchschnitt der letzten Jahre, nur in der Medium-Range konnten sich die Raten halten. Die weitere Entwicklung des Segments hängt im Wesentlichen von den künftigen Öl-Förderquoten der OPEC und der Nachfrage aus China und weiteren asiatischen Ländern ab.

Platzierungsergebnisse niedrig – Zweitmarkt in Bewegung

Die Anzahl der im 4. Quartal 2010 aufgelegten Fonds aus dem Schifffahrtsumfeld ist im Vergleich zum 3. Quartal um 4 auf 14 mit einem prospektierten Eigenkapital von 230,7 Millionen Euro gestiegen. Die Platzierungsergebnisse bewegen sich allerdings nach wie vor auf niedrigem Niveau. Am Zweitmarkt hingegen herrscht Bewegung: Zum einen haben die Umsätze gegen Jahresende sprunghaft zugenommen, sie erreichten im 4. Quartal 2010 ein Volumen von ca. 54 Mio. Euro Nominalkapital. Zum anderen konnten auch bei den gewichteten Handelskursen Höchststände verzeichnet werden: In der Spitze wurden Kurse von über 90 Prozent erzielt, durchschnittlich zogen die gewichteten Handelskurse um 30 Prozent an. „Die gestiegenen Handelsaktivitäten und die deutlich höheren Handelskurse deuten darauf hin, dass das Vertrauen in den Schiffsmarkt weiter angestiegen ist“, fasst Matthias Brinckman, Geschäftsführer von der DFR die Entwicklung der letzten Monate zusammen.

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