Auch wenn 2007 noch ein paar Wochen entfernt liegt, die Gedanken vieler privater wie auch professioneller Geldanleger richten sich schon verstärkt auf das nächste Jahr. Wenig verwunderlich, dass auch in den Medien das aktuelle Jahr „abgehakt“ wird und vermehrt Prognosen für die nächsten 12 Monate zu finden sind.
Wie aber denken die Fachleute über Geldanlage 2007?
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat eine Umfrage unter Vermögensverwaltern vorgenommen, deren Ergebnisse durchaus verschiedene Meinungen widerspiegeln. Gesucht wurden Anlagevorschläge nach Lebensaltern, d.h. ein Anlagemix für eine 30jährige und für eine 60jährige Person. Wenig überraschend überwiegend in nahezu allen Meinungen bei dem „jüngeren“ Mix Aktien als Geldanlage, der Zeitraum bis zu Rente ist weit, die zu erwartende Rendite, Rückschläge inklusive, erscheint doch deutlich positiver als dies mit einer Festegeldanlage oder einem Immobilieninvestment möglich wäre.
Erstaunlich ist allerdings die Gewichtung der einzelnen Vermögensverwalter, während Dr. Thilenius Management aus Stuttgart 95% Aktienanteil und 5% Kasse für eine Geldanlage in 2007 vorschlägt, sieht Dr. Kohlhase aus München das nächste Jahr doch eher als Konsolidierungsphase mit 25% Aktienanteil und 70% Anleihen mit kurzer Laufzeit. Beide Allokationen sind auf die 30jährige Person ausgerichtet. Geringer fallen die Unterschiede bei der älteren Person aus, auch hier bleibt Dr. Kohlhase bei der Verteilung von 25% Aktienanteil und 70% Anleihen, Dr. Thilenius Management aus Stuttgart setzt den Aktienanteil auf 50% herab und sichert das Vermögen mit 30% Anleihen mit langer Laufzeit ab.
Weniger konkret aber auch in Richtung 2007 äußert sich zum Beispiel auch die HSBC Bank. Hier lautet die Einschätzung „Eine allgemeine Übergewichtung von Aktien gegenüber Renten ist nicht mehr angezeigt“ – auch dies deutet auf eine weniger positive Einschätzung der Situation hin, als dies noch für die letzten beiden Jahre vorgesehen war. Auch Rohstoffen wird kein großes Potential für das nächste Jahr eingeräumt, sie könnten, so HSBC, die begonnene Konsolidierung fortsetzen.
Interessant bleiben nach Ansicht vieler Marktbeteiligter aber weiterhin Investitionen in Euroland. Auch ausgesucht Wertpapiere aus Emerging Markets sollten weiterhin das eigene Depot bereichern, Märkte wie Indien, die über lange Zeit gut gelaufen sind stehen aber dennoch vor einer Konsolidierung, sie sind im internationalen Vergleich einfach zu teuer geworden.
Was wirklich sein wird, werden wir zum Ende des Jahres 2007 erlebt haben, bis dahin bleibt der Rat wachsam zu bleiben und im Falle eines Falles das eigene Vermögen in Tagesgeld oder Immobilien-Anlagen zwischen zu parken. Die Zeiten des ungebremsten Wachstums der weltweiten Börsen scheinen wirklich zu Ende zu gehen – darin sind sich fast alle einig.

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