Nur die wenigsten Anleger beschäftigen sich mit den Kosten die Investmentfondsanteile in ihrem Depot fabrizieren. Einer der Gründe könnte daran liegen das die Gebührenstruktur die das Fondsmanagement erhebt in vielen Fällen unübersichtlich ist.

Wenn Anleger genau wissen wollen was für Gebühren anfallen, hilft meist nur der Blick in den ausführlichen Verkaufsprospekt eines Investmentfonds. Will man im Anschluss die gewonnen Informationen mit der Gebührenstruktur anderer Fonds vergleichen, wird man unter Umständen enttäuscht werden. Denn eine Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Fondsprodukten verschiedener Anbieter sehen viele als nur bedingt möglich an. Grund: Die Fondsgesellschaften besitzen keine einheitlichen Richtlinien in Bezug auf ihre Gebührenstruktur.

Grundsätzlich können aber Kosten und Gebühren offener Fonds in zwei übergeordneten Blöcken zugeordnet werden, den fondsinternen Kosten und den fondsexternen Kosten. Diese Kosten fallen in ihrer Höhe meistens sehr unterschiedlich aus.

Fondsinternen Kosten auch direkte Kosten genannt, sind alle Kosten die dem Fondsvermögen des Anlegers belastet werden. Darunter fallen

Fondsexterne Kosten auch indirekte Kosten genannt, sind alle Kosten die der Anleger separat bezahlen muss. Sie belasten das eigene Fondsvermögen nicht und können je nach Investmentfonds stark variieren. Sie haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Wertentwicklung für jeden einzelnen Anleger.

Kennzahlen zu Kosten und Gebühren

Um die Transparenz bei den direkten Fondskosten zu erhöhen, gibt es diverse Ansätze, alle Kosten in einer einzigen Zahl zu kumulieren. Diese Zahl wird als „total expense ratio“ (TER) bezeichnet und ist praktisch die „Gesamt-Kosten-Quote“ eines Fonds. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es dazu zwei etablierte Ansätze gibt, die TER nach Fitzrovia und die TER nach BVI Bundesverband Investment und Asset Management.

Die TER nach Fitzrovia umfasst dabei alle direkten Kosten und kommt damit dem Anspruch, mit einer Kennzahl alle direkten Kosten zu vereinen und so die Transparenz zu erhöhen, am nächsten.

Die TER nach BVI ist nicht so aussagekräftig. Zu beachten ist das hier keine Transaktionskosten berücksichtigt werden und nur von den BVI-Mitgliedern angeben wird. D.h. bei ausländischen Fondsgesellschaften und Nicht- BVI Mitgliedern findet die TER nach BVI keine Anwendung.

Durch die Berechnung der TER verbessert sich zwar die Vergleichbarkeit einzelner Fonds, vollkommene Kostentransparenz ist jedoch nicht gegeben, da Kosten, die aus Käufen und Verkäufen innerhalb des Fondsvermögens entstehen (Handelskosten, Courtagen und ggf. Börsenumsatzsteuern), sowie Performance Fees nicht enthalten sind. Auch die sonstigen Kosten, wie z.B. Kosten für Beratungsleistung, Spesen für Anlageausschusssitzungen, finden im Ausweis der TER keine Berücksichtigung. Alle diese unberücksichtigten Kostenarten können dabei jedoch einen Gutteil der insgesamt anfallenden Kosten ausmachen.

Kosten und Gebühren – Auswirkungen

Allen Diskussionen zum trotz sollte der Gewichtung der Kostenbelastung bei der eigenen Anlageentscheidung keine übermäßige Bedeutung beigemessen werden. Ein Stichprobenvergleich zweier Fonds desselben Anlagesektors (hier: Aktienfonds All Cap BRIC) zeigt:

Der Allianz RCM BRIC Equity AT EUR (A0MPES) konnte trotz einer TER in Höhe von 2,59 Prozent besser performen als der DWS Funds BRIC Rainbow (A0H0S2) mit einer TER in Höhe von 0,50 Prozent (Quelle: Finanztreff.de 02/2011).

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