Einmal im Jahr haben Anteilseigner eines Unternehmens die Möglichkeit alle jene Fragen direkt an die Unternehmensleitung zu stellen, deren Antworten während des Jahres geflissentlich von PR-Abteilungen oder Unternehmenssprechern weichgespült werden. Vielfach reagiert das Management zurückhaltend, schummeln gilt eben nicht aber die ehrliche Wahrheit kann aus taktischen Gründen auch nicht veröffentlicht werden.
Vielleicht ist es genau diesem Umstand geschuldet, dass sich Allianz CEO Michael Diekmann heute zu der Aussage verleiten lies, dass die Dresdner Bank doch zum Verkauf steht. Auch wenn er das natürlich nicht gesagt hat, sondern von Gesprächen berichtet, die über die Zukunft einer unabhängigen Dresdner Bank mit potentiellen Investoren geführt werden, aus denen zu diesem Zeitpunkt aber natürlich keine Einzelheiten genannt werden können um die Verhandlungsposition nicht zu schwächen.
Der Verkauf der Dresdner Bank scheint also beschlossene Sache, wer das beste Konzept oder das meiste Geld für den Bank Zweig der Versicherungsgruppe bietet, könnte also bald den Zuschlag erhalten. Damit wäre für die Allianz das leidige Problem der ertragsschwachen Dresdner Bank gelöst und man könnte sich wieder auf das Versicherungsgeschäft konzentrieren, welches maßgeblich in Asien und Osteuropa forciert werden soll. Auch dort wird der Markteinstieg deutlich vereinfacht, wenn ein vor Ort starker und international erfahrener Partner zur Seite steht. Mit HSBC wurde ein solcher strategischer Partner bereits gefunden, der die Kundenakquise für das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft in dieser Region vorantreiben soll.
Fondsgebundene Rentenversicherung mit Leistungsgarantie
Angesichts dieser Entwicklungen scheint Deutschland nicht mehr zu den besonders attraktiven Zielen des Konzerns zu gehören, zu entwickelt der Markt, zu ausgereift das Produktangebot. Bis auf eine Lücke vielleicht, die jetzt ebenfalls geschlossen werden soll: Künftig wird die Allianz frei nach dem US-amerikanischen und japanischen Vorbild fondsgebundene Rentenversicherungen mit Leistungsgarantie anbieten. In diesem Segment haben die Marktforscher einen großen Bedarf Deutscher Versicherungskunden gesehen, den es durch das Unternehmen zu befriedigen gilt. Vermutlich hat ein kleiner Blick auf die Deutsche Bank Fondsgesellschaft DWS gereicht, die mit der fondsgebundenen Rentenversicherung DWS Riester-Rente Premium und deren Konzept der Höchststandssicherung bereits im ersten Jahr große Vertriebserfolge feiern konnte.
Ob dieses neue Konzept über die Dresdner Bank an den Endkunden gelangt erscheint allerdings fraglich, zu offen wird über die Abspaltung gesprochen.

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