Irgendwie läuft es nicht gerade sonderlich „rund“ bei der Telekom. Der beständig fallende Börsenkurs zeugt von einem Trend, der selbst durch den Einstieg der Beteiligungsgesellschaft Blackstone nur kurzzeitig umgekehrt werden konnte. Probleme gibt es viele. Nicht nur der dauerhafte Kundenschwund der Festnetzsparte, auch die immer noch andauernden Diskussionen mit Ver.di tragen nicht unbedingt zu einer Steigerung des Unternehmenswertes bei.
Erneut sind die Gespräche mit Ver.di an den zu unterschiedlichen Vorstellungen gescheitert. Während die Gewerkschaftsvertreter eine 6%-ige Lohnerhöhung für die Beschäftigten favorisieren, bietet das Unternehmen eine Einmalzahlung von 1.000 Euro sowie T-Aktien statt prozentualer Erhöhung.
Einem nicht ganz neutralen Beobachter könnte der Eindruck entstehen, dass hier ein eigentlich gestriges Problem zu Tage kommt. Die Mentalität des „das haben wir ja noch nie so gemacht“ scheint ein wenig durch oder anders gesagt es bleibt zu vermuten, dass dem einen oder anderen Gewerkschaftsfunktionär nicht nur Fantasie, sondern auch Visionen abhanden gekommen sind.
Betrachten wir den Telekom Vorschlag mal objektiver. Eine Einmalzahlung von 1.000 Euro würde vor allem den Mitarbeitern in weniger qualifizierten und deshalb geringer entlohnten Tätigkeiten als Wohltat erschein. Bis zu einem monatlichen Einkommen von Brutto 1.400 Euro wären die geforderten 6% Lohnerhöhung sogar realisiert. Eigentlich müssten sich Gewerkschafter darüber freuen, waren es nicht gerade die „kleinen“ Angestellten, die die Basis für den Erfolg der Gewerkschaft ermöglichte?
Vielleicht wichtiger ist die zweite Option. T-Aktien für die Belegschaft stellen doch eigentlich den Schlüssel für eine bessere Mitarbeiterpolitik. Wer 110.000 Mitarbeitern jeweils 40 Aktien spendiert schafft einen Blackstone Gegenpol. Arbeitnehmer und Beteiligungsgesellschaft wären gleich stark am Unternehmen beteiligt und hätten sofern es entsprechend organisiert wird auch die Möglichkeit die eigenen Interessen zu vertreten.
Aber an dieser Stelle geht scheinbar die Fantasie mit dem Autor durch.

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