Im Vorfeld einer Wahl wird von Politikern gerne jede sich bietende Gelegenheit genutzt sich zu profilieren um damit möglichst ein paar bislang unentschlossene Wähler einzufangen. Dazu braucht es allerdings polarisierender Themen, wie z.B. dem kürzlich aus dem Nichts aufgetauchten, unveröffentlichten, Bericht zur Umsetzbarkeit des Abschieds der Nuklearenergie-Gewinnung oder eben der Altersvorsorge. Themen zu denen sich jeder irgendwie betroffen fühlen kann und ohne große Sachkenntnis auch mal eine eigene Meinung haben und diese auch vertreten darf.

Politisches Reizthema – Renteneintritt mit 67 Jahren

So ist es wenig überraschend, dass pünktlich vor der Bundestagswahl die eigentlich längst beschlossene Erhöhung des Rentenalters wieder auf den Tisch kommt und von Teilen der SPD wie auch Gewerkschaften und natürlich der Partei Die Linke erneut als Malus angeprangert wird. Damit ist es weitgehend unstrittig, dass niemand die Rente mit 67 Jahren wirklich möchte, es sich hierbei aber eben um ein wirtschaftliches Erfordernis handelt, welches nur deswegen zwingend notwendig ist, weil die Deutschen immer weniger Kinder bekommen und dieser Umstand bisher in der Politik gerne unter den Teppich gekehrt worden ist, weil es eben niemand gut finden kann.

Genau genommen handelt es sich hierbei ja auch eher um eine Rentenkürzung als um eine Lebensarbeitszeit-Verlängerung, da nicht davon ausgegangen werden kann, dass in den Jahren nach 2029 viel mehr rüstige Alte jeden Morgen auf den Weg zur Arbeit sind als heute. Es wird also auf ein niedrigeres Rentenniveau hinauslaufen, welches durch die staatlich geförderte Altersvorsorge abgemildert werden soll, sofern man sich für dieses Modell entscheidet und dort regelmäßig Beiträge einzahlt.

Heil, Struck und Steinbrück dementieren

Bevor sich weitere Teile von SPD mit Die Linke und Gewerkschaften verbünden schießt das Dementi über die Köpfe der Genossen hinweg. Sowohl Bundesfinanzminister Peer Steinbrück als auch SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Struck und SPD-Generalsekretär Hubertus Heil haben   öffentlich den lange verabschiedeten Schritt zur Rente mit 67 erneut als Partei-Programm-Ziel bestätigt und damit eine erneute Diskussion über die Rente verhindert. Egal ob man diesem Dementi Glauben schenken mag oder nicht – das letzte Wort zum Thema Rente ist noch lange nicht gesprochen und die (Riester-Rente) Eigenvorsorge erscheint so zwingend notwendig wie selten zuvor.

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