Die US amerikanische Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts (KKR) welche nach eigenem Bekunden seit Gründung im Jahr 1976 rund 145 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von rund 145 Mrd. USD Dollar finanziert hat, setzt damit erneut ein (Ausrufe-)Zeichen hinter die mittlerweile durch Private Equity möglichen Übernahme Größenordnungen.
Investitionsziel ist First Data, eines der größten Kreditkartenabrechnungsunternehmen. Vorbehaltlich der Zustimmung von Aktionären und Kartellbehörde, würde KKR mit diesem Kauf zur Nummer 4 im Beteiligungsgeschäft aufsteigen und die weltweit zweitgrößte Übernahme eines Private Equity Investors durchführen. Im Gegensatz zu den in den Jahren 1999 und 2000 üblichen Tauschgeschäften Aktien gegen Aktien wird diese Übernahme in Bar bezahlt. Der Preis je Aktie beläuft sich dabei auf 34 USD, was einem Aufschlag gegenüber dem Schlusskurs der letzten Woche von rund 26 Prozent entspricht. Gegenüber dem durchschnittlichen Kurs der letzten 30 Tage sogar einen Aufschlag von 34 Prozent. Der Börsenwert der First Data vergrößert sich somit quasi binnen Monatsfrist von 20 Mrd. USD auf 29 Mrd. USD.
In welcher Größe Eigenkapital von KKR für diese Übernahme eingeworben wurde ist zunächst unklar, es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Summe Kredit finanziert wird und wie in solchen Fällen üblich, diese Kredite dem Unternehmen zugeschlagen werden. Dennoch werden für First Data Aktionäre zunächst gute Zeiten anstehen, es ist zu erwarten, dass neben dem steigenden Anteilspreis auch eine Sonderausschüttung an die Aktionäre, d.h. auch die Geldgeber von KKR erfolgen wird.
Auch wenn sich First Data und KKR Unternehmensführung einig sind, noch besteht die Option eines weiteren Bieters – binnen der nächsten 50 Tage können weitere Angebote für eine Übernahme der First Data eingereicht werden.
Binnen weniger Wochen wird KKR damit bereits zum dritten Mal mit milliardenschweren Übernahmen ins Gespräch gebracht, erst vor wenigen Tagen wurden Spekulationen um einen KKR Einstieg in den europäischen Gesundheitsmarkt laut. Für den britischen Pharmahändler Alliance Boots sollen rund 18,8 Mrd. USD als Übernahmesumme im Gespräch gewesen sein. Bereits im Laufen ist die Übernahme des texanischen Energiekonzerns Texas Utilities (TXU), zusammen mit Texas Pacific Group hatte KKR ein Angebot über 32 Mrd. USD vorgelegt, welchem von der TXU Konzerführung zugestimmt wurde.
Woher stammen die Gelder für diese Milliarden-Offerten?
Über Private Equity Fonds werden bei privaten wie auch institutionellen Investoren Millardenbeträge eingesammelt, die unabhängig vom allgemeinen Marktgeschehen überdurchschnittliche, d.h. prozentual deutlich über dem aktuellen Zinsniveau liegende Erträge erwirtschaften sollen. Wann und wo das Anlegergeld eingesetzt werden soll ist bei Erwerb der Beteiligung unklar. Die Initiatoren eines Private-Equity-Fonds behalten es sich vor das eingeworbene Kapital auf verschiedene Beteiligungsgesellschaften zu verteilen und somit das allgemeine Anlagerisiko zu verringern. Verluste können dennoch immer wieder passieren. Der steigenden Nachfrage nach diesen Produkten zur folge scheinen sich Verluste in den vergangenen Jahren aber seltener eingestellt zu haben.

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