Nur bis zu maximal 400 Tonnen Gold werden die Europäischen Notenbanken aus ihren eigenen Beständen in den nächsten 5 Jahren pro Jahr verkaufen. Diese Vereinbarung schloss die EZB mit den einzelnen Nationalen Zentralbanken um den weltweiten Goldpreis auch in den nächsten Monaten und Jahren zu stabilisieren, d.h. einem potentiell möglichen Kursverfall entgegen zu treten. Die jetzt getroffene Vereinbarung knüpft an eine Vereinbarung aus dem Jahr 2004 an, in der allerdings noch von einer Beschränkung auf 500 Tonnen pro Jahr festgehalten ist und Schweden wie auch die Schweiz nicht integriert waren, wie es in der jetzt erneuerten Vereinbarung der Fall ist.

Das Ziel der Notenbanken Vereinbarung ist es Preisschwankungen, die sich aus einem anzunehmend gestiegenen Angebot, welches durch den Nachfragerückgang der Schmuck fertigenden Industrie sowie des deutlich gestiegenen Altmetallrecycling entstanden sein soll, auszugleichen.

Nachfragerückgang spiegelt sich im Goldpreis nicht wider

Wer sich die Entwicklung des Goldpreises der letzten Monate anschaut wird eventuell zu dem Ergebnis kommen, dass der Nachfragerückgang weniger relevant für die Kursentwicklung sein könnte, als dies von den Zentralbanken an dieser Stelle vermittelt wird. Anstelle eines günstigeren Goldpreises sieht man eher ein weiteres moderates Ansteigen des Preisniveaus, was nicht sofort erkennen lässt, dass der Goldpreis einem Verkaufsdruck unterlegen ist.

Weshalb vielleicht der Blick auf einen weiteren Aspekt des Goldbesitzes zulässig ist – Gold dient nicht nur der Deutschen Bundesbank, sondern auch anderen Zentralbanken, vornehmlich als Devisenreserve und dient damit dem Schutz von Währungen. Wenn Zentralbanken gemeinsam beschließen die eigenen Verkaufsaktivitäten binnen der nächsten 5 Jahre weiter als bisher einzuschränken, dann könnte es auch dazu dienen im Falle einer noch heftiger eintretenden Währungs- und Weltwirtschaftskrise ausreichend wertstabile Goldbarren im eigenen Besitz wissen.

Ob diese Ansicht eher spekulativer Natur ist, oder sich dahinter auch ein bisschen Wahrheit verbirgt, werden erst die Kursentwicklungen von US-Dollar und Euro in den nächsten Monaten zeigen. Der Verfall des Dollarkurses scheint aber  nach einer kurzen Zwischenerholung wieder Fahrt aufgenommen zu haben.

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