So undurchsichtig wie es behauptet wird scheinen Hedge-Fonds doch nicht zu sein. Wie anders wäre die Ankündigung von Morningstar Hedge-Fonds Ratings einzuführen sonst zu interpretieren. Aktuell befinden sich nach Angaben von Morningstar rund 7.700 Hedge-Fonds in der eigenen Datenbank, rund 3.300 davon sind als Single-Hedge-Fonds für Deutsche Anleger sogar nahezu komplett unerkannt, da diese Klasse hierzulande nicht beworben werden darf, also in keiner öffentlichen Datenbank oder Quelle erscheinen darf.
Morningstar wird für Hedge-Fonds unterschiedliche Kategorien einführen, die eine Vergleichbarkeit der Fonds möglich machen soll. Die Vergleichsmöglichkeiten sollen dabei über einen Vergleich der Wertentwicklung nach Strategien hinaus gehen, auch Risiken, die das Fondsmanagement eingeht werden demnach ihren Eingang in die Bewertung der Hedge-Fonds Ratings finden.
Insgesamt wird die Menge der Hedge-Fonds mit Rating allerdings deutlich geringer als 7.700 Fonds ausfallen, neben Dach-Hedge-Fonds, die keinen Eingang in das Ratingprocedere finden werden, müssen die Fonds auch über einen Zeitraum von mindestens 38 Monaten eine durchgängige Datenreihe der Wertentwicklung vorweisen können. Diese Anforderung lässt das vorhandene Fondsuniversum auf nur noch 1.800 Hedge-Fonds zusammenschrumpfen. Das sind immer noch deutlich mehr als deutsche Anleger zur Auswahl haben, ist aber auch ein Hinweis darauf, dass sich die Hedge-Fonds Industrie trotz einer Jahrzehnte währenden Entwicklung erst in den letzten Jahren großer Beliebtheit bei Kapitalanlegern erfreut.
Die Ergebnisse des Ratings können übrigens auch Privatanleger einsehen, sofern sie über eine Premium Mitgliedschaft bei Morningstar verfügen – inwieweit das auch für deutsche Anleger möglich ist, bleibt abzuwarten.

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