Von der Finanzkrise sind auch Fonds betroffen. Aber sie können Risiken auch besser abfedern als Engagements in Einzelaktien. Das sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Deka-Bank. Banken mussten hohe Abschreibungen auf riskante Papiere vornehmen. Wie ist die Fonds-Branche von der Finanzkrise betroffen? Kater antwortet darauf: Fonds-Gesellschaften verwalten Vermögen, sie produzieren keine neuen Papiere, die vielleicht Risiken bergen und die sie dann abschreiben müssen.
Außerdem seien alle Fonds säuberlich von der Verwaltungsgesellschaft abgetrennt, sie gehörten ausschließlich den Anlegern. Fonds seien mittelbar durch die Marktentwicklung betroffen. Aktien und Anleihen haben verloren und mit ihnen die Fonds. Auf kurze Sicht ja, sagt Kater. Aber Aktienanleger sollten langfristig denken. Aktuell seien die Märkte zwar stark nach unten gegangen, aber einige gut gewappnete Fonds konnten die Verluste begrenzen. Durch die Diversifizierung, also das breitere Investment, reduzierten Sie die Risiken. Fonds böten so gegenüber dem Engagement in einzelne Papiere Vorteile.
Einzelne Aktien etwa könnten bis hin zum Totalausfall beim Konkurs eines Unternehmens abwerten. Ein Index des Gesamtmarktes hingegen gehe nicht pleite und erhole sich auch wieder. Hier greife die Diversifizierung. Drei Aspekte seien den Anlegern gegenwärtig besonders wichtig: Sicherheit, Verlässlichkeit und Transparenz. Derzeit fragten Investoren nach der Sicherheit. Ihnen könne man sagen, dass deren Anlage ins Sondervermögen gehört und besonders geschützt ist. Auch bei den Produkten stelle man eine starke Sicherheitsorientierung fest: Anleger seien an Rentenfonds im sicheren Bereich interessiert. Man stelle im Augenblick keinen Zulauf bei Aktien- oder Unternehmensanleihen fest. Man könne auch nicht erwarten, dass Investoren antizyklisch denken und einsteigen, wenn die Märkte fallen, selbst, wenn das im Nachhinein immer die richtige Strategie gewesen sei.
Ein guter Ratschlag für alle, die jetzt wieder in Aktien investieren wollen, sei, nicht alles Geld auf einmal anzulegen. Investoren sollten ihre Engagements aufteilen und langsam in die Märkte gehen. Noch besser wäre es, regelmäßig per Sparplan anzulegen. Es sei wichtig, dass die politischen Rettungspakete den Vertrauensverlust gestoppt hätten. Man erwarte, dass der gesamte Finanzsektor durchleuchtet wird. Eine Neuregelung der Märkte werde sich mit den Themen Eigenkapital und Transparenz befassen. Neue Rahmenbedingungen wüden darauf abzielen, die starken Schwankungen an den Börsen einzudämmen.

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