Wie die Partei Die Linke in einer Pressemitteilung bekannt gibt, fühlt man sich im eigenen Weltbild durch den Beschluss des DGB-Bundeskongresses für einen gesetzlichen Mindestlohn bestätigt.
Klaus Ernst, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion sieht Mindestlöhne als unumgänglich an, denn „In vielen Bereichen greifen Tariflöhne überhaupt nicht mehr“. So seien zahlreiche Arbeitgeber aus den Verbänden geflüchtet, um sich einen Vorteil zu Lasten der eigenen Beschäftigten zu verschaffen. Dabei sei es unerheblich ob die Festlegung auf 7,50 Euro oder 8 Euro wie von Die Linke gefordert gelegt wird, wesentlich wäre, dass es überhaupt eine Untergrenze geben würde, damit Arbeit zum Leben und nicht zum Überleben beiträgt.
Erstaunlich, dass sich Unternehmer und Selbständige, bzw. Freiberufler mit Angestellten scheinbar nach wie vor dafür rechtfertigen müssen, sollten sie aus den Tarifvereinbarungen auszutreten. Dass dies wie in den Augen der Partei Die Linke vor allem dazu dient die eigenen Mitarbeiter kurz zu halten und sich selbst zu bereichern, kann sicherlich in das Reich der Märchen verbannt werden. Die wichtigere Frage im Zusammenhang mit gesetzlichen Mindestlöhnen ist doch: Sollen auch die bisherigen unteren Lohngruppen aussterben oder besser mit nach China umziehen?
Welchen Sinn macht die Festlegung von Lohnuntergrenzen, wenn sich der Deutsche Schnäppchenjäger nicht mit höheren Preisen abfinden mag und die dann teureren Waren einfach nicht erwerben möchte?
Lieber DGB, liebe Partei Die Linke. Die Veränderung muss in den Köpfen der Menschen erfolgen nicht per Gesetz. Erst wenn Konsumenten in Deutschland bereit sind für Qualität Made in Germany ein angemessenes Preis-/Leistungsverhältnis zu entrichten wird sich auch bei den Löhnen etwas ändern. Solange osteuropäische Arbeitstrupps mit Fliesenleger Gewerbescheinen durchs Land ziehen und an jeder Ecke Arbeit finden weil sie günstiger, schneller und eventuell sogar sorgfältiger arbeiten als heimische Handwerker wird kein Mindestlohn der Welt etwas ändern.
Stopp. Das bedeutet nicht, dass die Grenzen wieder etabliert werden sollen. Es bedeutet wir Deutsche müssen den Wettbewerb mit anderen Nationen aufnehmen. Das wir Deutsche das locker könnten sollte eigentlich außer Frage stehen. Eine Frage bleibt allerdings: Wer kann sich durch das Deutsche Verordnungschaos kämpfen und dann wettbewerbstauglich sein?
Vielleicht sollten da Parteien und Verbände mal die eigene Ausrichtung überdenken. Wettbewerb bedeutet auch Freiheit und Freizügigkeit. Wer hier mehr Raum für Innovationen und Gründer schafft, der braucht sich auch um Mindestlöhne keine Gedanken mehr zu machen.

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