Das Ziel galt zunächst als ambitioniert. Ein Unternehmen, welches bislang keine Geschäftstätigkeit vorweisen kann versucht von privaten wie institutionellen Anleger 700 Mio. Euro in Anteilen á 10 Euro einzusammeln. In den zwei Wochen Zeichnungsfrist 11. April 2007 bis 27. April 2007 sollte es gelingen genügend Kapital aufzubringen um mit einer ausreichenden Kapitaldecke den Börsengang des Meinl Airports International (MAI) am 30. April 2007 feiern zu können.
Das Interesse privater wie auch institutioneller Anleger überraschte sichtlich, bereits nach wenigen Tagen war absehbar, dass eine Überzeichnung stattfinden würde, Mitte der letzten Woche wurde das Ende der Zeichungsfrist um eine Woche vorverlegt. Statt am 27. April ist nun bereits am 20. April Schluss gewesen.
Geschäftsmodell – Meinl Airports International (MAI)
Die als Meinl Airports International innerhalb der Meinl Gruppe neugegründete Gesellschaft hat den Auftrag die Privatisierung osteuropäischer Flughäfen mit zu gestalten. Das eingworbene Kapital soll dazu beitragen zurzeit noch staatliche Flughäfen in Zentral- und Osteuropa bei deren Privatisierung mit zu übernehmen. Dabei sollen die bereits durch den Meinl European Land (Gewerbeimmobilien Osteuropa) erworbenen Kenntnisse und die Erfahrung der mit diesem Projekt betrauten Manager einen deutlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz ermöglichen.
Erstaunlich an dem Rieseninteresse an dieser Anlage ist vor allem: Es gibt noch kein Investitionsziel, bislang besteht lediglich die Absichtserklärung dieses Kapital in dieser Form zu verwenden. Einen konkreten Flughafen oder „Gewerbeimmobilien an Flughafen Kauf“ kann Meinl aus diesem Grund nicht vorweisen. Anleger haben sich also bislang den Anteil an einem gut gefüllten Verrechnungskonto der Gesellschaft gesichert und werden sich – sofern nicht in naher Zukunft das erste Geschäft abgewickelt wird selbst Fragen müssen: Hätte ein Kauf nach dem IPO nicht auch gelangt?

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