Wer in Gegenwart von Frauen einen Satz wie „Geldanlage ist meist Männersache“ auch nur beiläufig fallen lässt wird schnell als ewiggestriger Macho betitelt und darf sich wütenden „stimmt gar nicht“ Attacken widersetzen. Wie in so vielen Vorurteilen scheint aber auch in diesem ein wahrer Kern zu enthalten zu sein.
Die Versicherung DBV-Winterthur ist zusammen mit dem Institut für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF) die Frage nach der eigenen Altersvorsorge speziell an Frauen gerichtet und kommt zu einem schnell zusammen gefassten Ergebnis: Frauen bevorzugen Konsum. Fast 40 Prozent der befragten Frauen geben ihr Geld lieber für Konsum anstelle von Altersvorsorge aus. Vor allem die Altersgruppe der 30 bis 39-Jährigen, für die mit vergleichsweise kleineren Beiträgen ein akzeptables Rentenniveau erreichen könnte interessiert sich für die eigene Altersvorsorge kaum. Knapp die Hälfte der Befragten gönnt sich lieber jetzt schon was, statt später.
Mit steigendem Alter wandelt sich auch bei Frauen das Interesse an dem Thema Altersvorsorge. In der Altersgruppe 40 – 60 Jahre sind es immerhin 60 Prozent der Frauen, die das Thema Altersvorsorge im Kreis der Freundinnen ansprechen. Dass Altersvorsorge wichtig ist, ist übrigens absolut unbestritten. Frauen wissen vielleicht sogar besser als Männer, dass sie Vorsorge betreiben sollten, nur an der Umsetzung in die Praxis hapert es.
Das Untersuchungsergebnis ist also repräsentativ, Männer haben es quasi amtlich, dass Frauen ein größeres Interesse an Konsum denn an Altersvorsorge besitzen. Mit welchen Mitteln Frauen zu mehr Interesse an finanzieller Vorsorge zu bewegen sein könnten bleibt leider ebenso im Dunkeln, wie die männliche Interessenslage des Themas Altersvorsorge. Aber vielleicht ergibt sich eine Neuauflage dieser Umfrage, die auch zu diesen ungeklärten Punkten eine Meinungsbildung zulässt.

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