Bis vor wenigen Monaten war die australische Bank Macquarie in Deutschland nahezu unbekannt. Mit spektakulären Übernahmeangeboten und innovativen Produkten schaffte man den Weg in die Köpfe der Anleger im Eiltempo. Ob der weg in die Herzen, d.h. die positive Markenwahrnehmung gelingt bleibt abzuwarten.
Der Fall Techem hatte vor einigen Wochen bereits für Aufsehen gesorgt. Das gut geführte Unternehmen im eher langweiligen Markt der „Stromableser“ hervorragend platziert sah sich eines morgens der Übernahmeofferte einer australischen Großbank ausgesetzt. Auch als sich herumgesprochen hatte wer diese Macquarie Bank ist, blieb eine Frage immer noch unbeantwortet: Was wollen die ausgerechnet mit Techem?
Die Frage an und für sich ist bislang unbeantwortet; die Situation aber seit dem heutigen Tage eine andere. Ein weißer Ritter, also ein Unternehmen, welches in den Übernahmewettstreit an der Seite des zu übernehmenden Unternehmens eintritt ist gefunden. Techem hat den ehemaligen Eigentümer des Unternehmens, den Finanzinvestor BC Partners jetzt wieder zurück in „den Ring“ geholt. Die Rückendeckung durch das Private Equity Unternehmen erscheint merkwürdig, ergibt sich daraus keine wirkliche strategische Innovation, sondern eher ein „Preistreiben“. Ob Macquarie auf einen kurzfristigen Erfolg spekulierte oder tatsächlich an einem dauerhaften Investment interessiert ist, wird sich in der nächsten Gebots-Runde herausstellen.
Damit der Investmentpresse genug zu berichten bleibt, wir im Heimatland der Macquarie Bank der nächste Milliarden Coup vorbereitet. Zusammen mit der Private Equity Gesellschaft Texas Pacific Group wurde der australischen Fluggesellschaft Qantas ein Übernahmeangebot vorgelegt. Über den Kaufpreis gibt es bisher keine öffentliche Mitteilung, Händler erwarten allerdings einen Händler erwarten eine Größenordnung von 5,50 AUD je Aktie, was einer Qantas Bewertung von rund 11 Mrd. AUD (8,5 Mrd. US Dollar) entsprechen würde.
Das Geschäft mit Flügen ist bereits seit einigen Monaten wieder in den Mittelpunkt des Investoren Interesses gerückt. Ein fallender Ölpreis und gute Auslastung vieler Gesellschaften haben aus den im internationalen Geschäft verbliebenen Fluggesellschaften profitable Unternehmen werden lassen. Ein Blick auf die Deutsche Lufthansa verrät: Es herrscht Aufwind.
Bleibt abzuwarten ob die Macquarie Bank dieses Aufwind dauerhaft nutzen kann, oder einen Höhenflug erleidet, der zu einem Absturz führt.

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