Er galt als Stammvater der Investmentfondsidee. Bekannt wurde er vor allem als Mitgründer der Fondsgesellschaft Franklin Templeton. Anfang Juli starb John Templeton im Alter von 95 Jahren. Bereits in jungen Jahren erlangte er Reichtum. Seine Karriere an der Wall Street begann der damals 26-Jährige 1939 mit einer beispiellosen Anlageidee. In Zeiten der Weltwirtschaftskrise ging er der Masse voraus und lieh sich Geld, um Aktien zu kaufen. Sein Plan ging auf: Die meisten Kurse stiegen und machten John Templeton in kurzer Zeit zu einem wohlhabenden Mann. So galt er bald als Pionier auf dem Gebiet der Auswahl einzelner Aktien.
Sein Erfolgsrezept: Aktien kaufen, die unterbewertet sind
Sein Erfolgsrezept klingt simpel: Aktien an der Börse niedrig kaufen und hoch verkaufen. Dabei fokussierte sich Templeton vor allem auf unter Druck stehende Staaten, Branchen und Unternehmen. Er spürte weltweit unterbewertete Aktien auf und investierte frühzeitig über die Grenzen der USA hinaus. 1940 kaufte Templeton eine kleine Fondsgesellschaft an der Wall Street. 1954 gründete er den ersten Investmentfonds für Privatanleger, den Templeton Growth Fund. Der Erfolg des international ausgerichteten Aktienfonds kann sich sehen lassen. Er erzielte in den Jahren seit seiner Auflegung bis 1992 eine Rendite von durchschnittlich 14,5 Prozent pro Jahr. 1992 verkaufte Templeton die Fondsgesellschaft an den Konkurrenten Franklin Group. Daraus entstand die Gesellschaft Franklin Templeton, aus der sich John Templeton 1996 zurückzog. Seit seinem Ausscheiden gelten seine Investment-Prinzipien jedoch noch heute als maßgeblich für das Management der Investmentfonds.
Templeton widmete sich schließlich vollständig karitativen Zwecken. Mit einem Vermögen von 1,5 Milliarden Dollar gründete Templeton die John-Templeton-Stiftung, die wissenschaftlich-theologische Forschungs- und Bildungsprojekte unterstützt. Als Anerkennung für sein gemeinnütziges Engagement wurde John Templeton von der britischen Königin zum Ritter geschlagen und zu einem der wenigen „Sirs“ in der Finanzbranche.

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