Das Bild, welches Fondsmanager in diesen Tagen von der Lage an den Börsen vermitteln ist uneinheitlich. Tobias Klein, Fondsmanager des First Private Europa Aktien ULM, sieht zumindest auf sehr kurzfristige Sicht eine sich aufhellende Stimmungslage. Robuste Konjunktur und abnehmende Wachstumsängste bringen – zumindest vorübergehend – wieder ein wenig mehr Kauflust in den Markt. Eine positive Überraschung, so schreibt Klein in seinem FONDS professionell Tagebuch, ist dabei die Breite Erholung in Japan. Dort hatten sich am vergangenen Handelstag auf breiter Front positive Kurse eingestellt, nur eine der 225 NIKKEI Aktien schloss negativ. Ein solch positives Tagesergebnis gab es dort seit 12 Jahren nicht mehr.

Lex Hoogduin, Chefvolkswirt bei Robeco stellt aktuell ebenfalls psychologische Aspekte in den Vordergrund. Der nicht unbedingt Vertrauen bildende Kurs der Fed und zuletzt arg geschrumpfte Risikoprämien waren Auslöser der heftigen Korrektur an den Märkten. Auch wenn die Risikoprämien aktuell wieder auf einem Normalmaß angekommen sind, geht Hoogduin nicht von einer Trendwende aus, es bleibt nach wie vor volatil, kurzfristig könnten sogar weitere Einbrüche zu einem überverkauften Marktszenario führen.

Deutlich positiver die Einschätzung von Dr. Christof Bruns, Geschäftsführender Gesellschafter der Vermögensverwaltung LOYS. Der von ihm geführte Loys Global Fonds hat sich von einer abwartenden Haltung in Kaufposition begeben – die Strategie nur unterbewertete Aktien zu erwerben konnte in den letzten Tagen voll umgesetzt werden. Kurseinbrüche und daraus entstehende Übertreibungen hätten bei einigen Unternehmen zu Einstiegskursen geführt. Im Zuge der Aufstockung einzelner Positionen wurde die Cashquote von zuletzt 20% nahezu aufgebraucht, mit Blick auf die im Fonds befindlichen Positionen blicke man optimistisch in die Zukunft, so die Botschaft aus Oldenburg.

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