Besonderes Augenmerk legen die Anlageexperten derzeit auf Brasilien und Mexiko. „Die treibende Kraft der Region ist eindeutig Brasilien und die brasilianische Börse fungiert als Leitmarkt für ganz Lateinamerika“, betont Preussner Experte für Schwellenländer-Aktien bei J.P. Morgan Asset Management. Allein seit 2005 gingen dort 113 Unternehmen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 53 Mrd. US-Dollar an die Börse – deutlich mehr als im restlichen Lateinamerika zusammen. Mit der neuen Präsidentin Dilma Rousseff kehrt das Vertrauen in den brasilianischen Markt jedoch zurück. Rousseff setzt weiterhin auf die Reduzierung der Arbeitslosigkeit, Bildung, Verstärkung der Industrieproduktion und auf eine solide Fiskal- und Geldpolitik.

„Mittlerweile machen nicht mehr Rohstoffe, sondern Dienstleistungen den größten Teil der Wirtschaftsleistung Brasiliens aus“, erklärt Preussner. Zwar profitiere das Land weiterhin von der anhaltend großen Nachfrage nach Rohstoffen, doch viele Unternehmen seien zunehmend auf den großen und wachsenden Inlandsmarkt fokussiert. „Interessante Branchen sind deshalb klassische Industriewerte, der Einzelhandel, aber auch Privatanbieter im Bildungs- und Gesundheitswesen, die von der neuen Mittelschicht zunehmend genutzt werden“, so Preussner weiter. Darüber hinaus boomen die Infrastrukturmaßnahmen: Nicht nur durch die Ausrichtung der Fußball-WM 2014 und der Olympischen Spiele 2016 fließen in Brasilien milliardenschwere Investitionen in Immobilien, die Energieversorgung und den Straßenbau, während der Tourismus durch die sportlichen Attraktionen Auftrieb erlangen dürfte. Auch von dem 2009 gestarteten Programm zur Förderung des Wohnungsbaus profitieren lokale Bauunternehmen sowie der Bau- und Transportsektor.

In Mexiko bieten sich dagegen aufgrund der Abhängigkeit von den USA große Chancen der zyklischen Erholung. Konjunktursensitive Branchen wie Export und Industrie profitieren vom einsetzenden Aufschwung der Vereinigten Staaten. Schätzungsweise 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA – so sinken derzeit auch in Mexiko die Arbeitslosenzahlen, die Industrieproduktion steigt auch außerhalb des Automobilsektors und die Sparraten sind sehr hoch. „All dies fördert den mexikanischen Binnenkonsum“, sagt Preussner.

Aktienwerte, die am Binnenkonsum orientiert sind, sind also aus Investorensicht besonders interessant – obwohl der verfügbare Index nach wie vor sehr stark auf die Sektoren Energie, Rohstoffe und Finanzwerte konzentriert ist. Das Fondsmanagement des JPM Latin America Equity Fund bevorzugt deshalb zum Beispiel Industriewerte wie Duratex (Möbel, Badeinrichtung etc.), Lebensmittelproduzenten wie BRF Brasil Foods oder die Companhia De Bebidas das Americas sowie Unternehmen aus dem Bildungs- oder Gesundheitssektor. Mit solchen Titeln setzt der Anleger auf echtes Wachstum der Region – und nicht auf globale Rohstoffpreisentwicklungen.

Investmentfonds Schwerpunkt Lateinamerika

JPMorgan Funds – Latin America Equity Fund

Fidelity Funds – Latin America Fund E Acc (EUR)

AMUNDI FUNDS Latin America Equities – AC E

ISI Latin America Equities

BlackRock Latin American Opportunities Fund A2 EUR

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