Nach einer Analyse der Fondsgesellschaft Pioneer Investments wird das Wirtschaftswachstum der Türkei zunehmend unabhängiger von globalen wirtschaftlichen Entwicklungen. Denn zum einen wachse der Binnenkonsum in der Türkei stark, zum anderen sei das Land zur Finanzierung wirtschaftlicher Unternehmungen nicht mehr so sehr auf ausländisches Kapital angewiesen wie in der Vergangenheit.

„Es treten verstärkt heimische Banken als Kapitalgeber auf“, erklärt Marcin Fiejka, Manager des Pioneer Funds – Emerging Europe and Mediterranean Equity. Mit dem selbsttragenden Wachstum sinke die Abhängigkeit vom Ausland: „Dieser Umstand dürfte die türkische Wirtschaft auch besser vor den Folgen einer Konjunkturschwäche in Europa schützten.“ In diesem Jahr soll die türkische Wirtschaft um 7,5 Prozent wachsen; allein im zweiten Quartal 2010 legte sie um 10,3 Prozent gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres zu.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der für die türkische Wirtschaft spreche, seien die strukturellen Verbesserungen, wie beispielsweise die breite Referendumsmehrheit für die Überarbeitung der Verfassung. „Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierungspartei AKP unter Ministerpräsident Recep Erdogan im kommenden Juli wiedergewählt wird“, erwartet Fiejka. Eine unmittelbare Folge von starkem Wirtschaftswachstum, strukturellen Verbesserungen und politischer Stabilität ist laut Fiejka das verbesserte Risikoprofil des Landes. Fiejka: „Mittlerweile kostet der Schutz gegen den Ausfall türkischer Staatsanleihen weniger als die Ausfallversicherung von Staatsanleihen der PIIGS-Staaten (Abkürzung PIIGS wurde während der Euro-Krise 2010 für die fünf Euro-Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien populär)“. Die entsprechenden Kosten für türkische Papiere seien um 40 Prozent niedriger als vor Ausbruch der Finanzkrise.

Starker Energiesektor

Vom starken Wachstum in der Türkei profitiert unter anderem der Energiesektor. Der türkische Elektrizitätsmarkt ist der am schnellsten wachsende in ganz Europa. „Bis 2018 soll das jährliche Wachstum zwischen sechs und sieben Prozent liegen“, erwartet der Fondsmanager Fiejka. Haupttreiber seien die wachsende Bevölkerung, die fortschreitende Urbanisierung und steigende Einkommen. Da die türkische Regierung den Energiesektor derzeit privatisiert, eröffnen sich gute Wachstumschancen. Als ein Beispiel nennt Fiejka die Firma Aksa Enerji, den größten unabhängigen Stromproduzenten der Türkei mit 24 Prozent Kapazitätsanteil in diesem Segment. Bis 2014 will das seit Mai 2010 börsennotierte Unternehmen seine Kapazität um 180 Prozent erhöhen.

Investmentfonds mit Türkei-Spezialisierung zwischen 10 und 20 Prozent:

Pioneer Funds – Emerging Europe and Mediterranean Equity LU0119336021

Allianz RCM Emerging Europe P LU0081500794

JPM Eastern Europe Equity D (acc) – EUR LU0117895796

Pictet – Eastern Europe-P dy EUR LU0208608983

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