Als am 30 Juli 2007 ausgerechnet die IKB Deutsche Industriebank die Bankenkrise nach Deutschland brachte, sah vermutlich noch niemand welche Auswirkungen die kurzen Zeilen des Managements für die Bank und für die Bankenwirtschaft in Deutschland haben würde. Für einen ersten Moment waren es Managementfehler (ob welche vorliegen wird derzeit vor Gericht geklärt) die die IKB in eine existenzbedrohende Lage gebracht und den Vorstand zum Rücktritt animiert hatten. Bemerkenswert war zu diesem Zeitpunkt vor allem jene nur wenige Tage zuvor im Quartalsbericht veröffentlichte Einschätzung der Risiken aus US-Hypotheken-Darlehen, welche dort auf einen einstelligen Millionenbetrag reduziert wurden und den Bankenkrisen-Stein nicht nur bei IKB ins Rollen brachte.

Aus einem Millionendefizit wurde ein Milliardendefizit was die Bundesregeierung zum Einschreiten veranlasste. Es folgte eine anteilige Übernahme durch die staatliche KfW Bankengruppe (ehemals Kreditanstalt für Wiederaufbau) welche den Abstieg der IKB nicht abwenden konnte. Lediglich die staatlichen Zuschüsse von 3,5 Mrd. sowie die Übernahme von Schulden und weiteren zwei Bürgschaften in der Höhe von 5 Mrd. und 7 Mrd. Euro retteten das einstmals zu den führenden Mittelstandsfinanzierungsbanken gehörige Institut.  Während Fachleute hofften die Bankenkrise mittels staatlicher Interventionen von Deutschland fernhalten zu können zeigte sich immer deutlicher, dass die KfW-Führung nicht geeignet war dem wankenden Unternehmen die notwendige Führung zu geben – so wurde händeringend nach einem Käufer gesucht, der in Form des Finanzinvestors Lone Star, einem jener als Heuschrecken titulierten Unternehmen, gefunden wurde.

Seit der Übernahme durch Lone Star ist es deutlich ruhiger um die IKB geworden, was aber nicht bedeutet, dass die Bank aus dem Gröbsten heraus ist – nach wie vor machen Wirtschaftskrise und unsichere Aussichten der Bank zu schaffen.

IKB macht 20 Mio. Euro Gewinn

Die jetzt ausgewiesenen 20 Mio. Euro Gewinn resultieren nach Angaben des Unternehmens aus einer Neubewertung des eigenen Anlageportfolios, welches sich werthaltiger als zuletzt angenommen erwies. Auch der Verzicht auf Rückzahlung einer Schuldverschreibung die der Hauptaktionär Lone Star der IKB gewährte hat sich positiv auf die Ertragslage ausgewirkt. Dennoch sieht man sich bei IKB noch lange nicht über den Berg – aufgrund des stark gestiegenen Insolvenzrisikos der eigenen Kunden musste die Risikovorsorge deutlich aufgestockt werden, was die Erlössituation der Bank weiterhin belasten wird. Trotz des erzielten Gewinns sieht das Management die Bank noch lange nicht wieder auf Wachstumskurs. Aber vielleicht ist die IKB auch diesmal wieder Vorreiter – als erster gefallen, als erster den Boden gefunden und mit dem Wiederaufstieg begonnen, das wäre zumindest eine gute Nachricht.

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