Beinahe erstaunlich mutet die Einträchtigkeit an, mit der zurzeit eine breite Menge an Finanzfachleuten von einem drehenden Markt bei Rohstoffen ausgeht. Die weltweite Inflation gepaart mit einer tatsächlichen oder drohenden Rezession in den wichtigsten Märkten habe den Auslöser für die Marktkorrektur bedeutet. Erstmals seit über einem Jahr wurden mehr Kontrakte auf fallende, denn auf steigende Rohstoffnotierungen gehandelt, was als Zeichen der Trendwende angesehen wird. Autofahrer können diese Trendwende bereit seit einigen Tagen an den Tankstellen beobachten, lagen die Preise noch vor einigen Wochen bei über 1,50 Euro je Liter Benzin oder Diesel, so sind diese mitten in der Hauptreisezeit auf unter 1,40 Euro gefallen und vollziehen damit die Preiskorrektur nach. Gerade der wichtige Indikator Ölpreis wird von verschiedenen Marktteilnehmern als noch zu teuer empfunden. Für das Jahresende 2008 geht man daher von einem Preis je Barrel von um die 100 USD aus, was eine Vergünstigung von weiteren rund 20 Prozent gegenüber dem aktuellen Preis entsprechen würde.
Was Autofahrer und Volkwirtschaftler beruhigt, die auf sinkende Benzin und Nahrungsmittelpreise hoffen können, sollte Inhaber von Rohstoff-Fonds zum Nachdenken bewegen. Fallende Rohstoffnotierungen werden auch eine Trendwende bei der Bewertung der Rohstofffonds und in der Folge der Rohstoffe verarbeitenden Industrie sowie Mienen- und Fördergesellschaften bewirken.
Rohstoff-Fonds und Minenfonds vor Schwächephase?
Investmentfonds wie der Carmignac Commodities (LU0164455502) oder Fortis Equity Energy Fund (ISIN LU0080608945) weisen bereits jetzt deutliche Kursabschläge über eine 4 Wochen Distanz auf. Auch populäre Fonds wie der von Graham French gemanagte M&G Global Basic Fund (ISIN GB003093267) oder der BGF World Mining Fund werden sich nicht von dieser Entwicklung abkoppeln können und eine Schwächephase durchleben.
Hedge-Fonds erleben ein Come Back
Auswege aus der Situation scheinen momentan rar – abgesehen von Hedge-Fonds, die momentan wieder mit überzeugenden Renditen verlorene Sympathien zurückgewinnen können, bleibt Anlegern kurzfristig nur ein Augen zu und durch und mittelfristig eine Neuausrichtung des eigenen Depots. Angesichts der kommenden Abgeltungsteuer darf aber davon ausgegangen werden, dass sich ohnehin der eine oder andere mit einer Neuausrichtung der eigenen Geldanlage beschäftigen wird und dabei auch wieder eine Auswahl an Investmentfonds ins Depot wandern.

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