Goldman Sachs Asset Management (GSAM) hat eine repräsentative Umfrage zur deutschen Anlegerwahrnehmung der BRIC-Länder veröffentlicht. Die Umfrage wurde von TNS Emnid im Auftrag von Goldman Sachs Asset Management durchgeführt. TNS Emnid befragte im Juni 2010 hierzu 2000 Personen. BRIC steht für die folgenden vier Länder: Brasilien, Russland, Indien und China. Das Anlagekonzept wurde im Jahr 2001 von Jim O’Neill von Goldman Sachs entwickelt. Goldman Sachs schätzt, dass diese vier Länder bis zum Jahr 2030 zu den sieben größten Wirtschaftsnationen der Welt gehören werden.

Die veröffentlichte Studie belegt, dass Anleger aus Deutschland bisher nur in sehr geringem Umfang in den BRIC-Ländern investiert sind. Lediglich 5,6 Prozent der befragten Personen haben überhaupt schon einmal Geld in einem BRICs-Fonds angelegt.

Anleger schätzen Rendite gering ein

Ausgehend von einem Anlagehorizont von fünf Jahren schätzen ca. 30 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass die BRICs eine Rendite von weniger als fünf Prozent generieren werden. Nur knapp über 25 Prozent rechnen mit einer Rendite zwischen sechs und zehn Prozent, und gerade einmal sechs Prozent der Befragten trauen den BRICs Renditen von mehr als 20 Prozent zu. In den letzten fünf Jahren haben die BRIC-Länder laut MSCI-Index   tatsächlich eine kumulierte Nettorendite von 134,74 Prozent abgeworfen.

Die Umfrage macht deutlich, dass einer der Hauptgründe, warum Anleger nicht in die BRICs investieren, in deren Wahrnehmung der möglichen Risiken liegt. So halten fast zwei Drittel der Befragten die BRICs im Vergleich zu den Industrieländern für riskanter. Allerdings glaubt die Mehrheit der Befragten auch nicht, dass das Wachstumspotenzial der BRICs zu einer spekulativen Blase führen wird.

„Nicht genutztes Potenzial“

Kathryn Koch, Kundenportfoliomanagerin im Bereich „Fundamental Equities“ bei Goldman Sachs Asset Management, sagt hierzu: „Wir meinen, dass die Anleger sich die BRICs sehr genau ansehen sollten, denn die Fundamentaldaten dieser vier Länder sind heute so stabil wie nie zuvor. Die Staats- und Unternehmensbilanzen sehen solide aus, das Bewertungsniveau von Aktien kann als attraktiv angesehen werden, und die Produktivität scheint zuzunehmen. Was die Zukunft angeht, glauben wir außerdem, dass sich mehrere demografische Trends positiv auf die BRICs auswirken dürften. Hierzu gehören die junge Bevölkerung dieser Länder, die fortschreitende Urbanisierung und die Entstehung einer Mittelschicht mit entsprechender Kaufkraft. Deshalb glauben wir, dass sich den Anlegern jetzt eine günstige Gelegenheit bieten könnte, ihr Engagement in einigen der am schnellsten wachsenden Länder der Welt auszubauen.“

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