Die Meldungen zum Gold- und Silberpreis überschlagen sich. Immer wieder werden neue Rekordmarken aufgestellt. In Zeiten hoher Staatsverschuldung, allen voran die USA und Teile der Euro-Zone, schwindet das Vertrauen in das Papiergeld immer mehr. So stieg der Goldpreis über 1.500 US-Dollar/Unze. „Zum ersten Mal in der Geschichte kosteten 31,1 Gramm des Edelmetalls mehr als 1500 Dollar“, so Welt Online gestern.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Ende letzten Jahres hat jeder fünfte deutsche Anleger bereits Rohstoffanlagen im Depot, die Hälfte davon ist Gold, überwiegend als Direktanlage, also in Form von Goldbarren und Goldmünzen. Der Grund dafür ist die hohe Inflationsangst der meisten Anleger. Doch nicht jedes Edelmetallinvestment ist zur Inflationsabsicherung geeignet. So sind 1 Gramm-Barren wegen der relativ hohen Prägekosten als Investment nicht besonders gut geeignet. Besser sind hingegen größere Einheiten, da hier die Herstellungskosten im Vergleich zu den Minibarren niedriger sind.

Wer einen Teil seines Ersparten in das glänzende Metall stecken möchte, sollte sich daher eine Frage stellen: Warum eine Anlage in Edelmetalle wie Gold und Silber? Wer nur an möglichen Kursgewinnen partizipieren möchte, kann in Zertifikate oder in Goldminen-Aktien investieren. Steht der Inflationsschutz im Vordergrund, bieten sich in erster Linie ebenfalls Zertifikate oder Goldfonds an. Wer mit seiner Edelmetallanlage ernsthaft das Risiko eines Zusammenbruchs des Finanzsystems einkalkuliert, sollte sich das Edelmetall am besten physisch besorgen.

Barren und Münzen

Edelmetallbarren oder Münzen ob in Gold oder Silber sind die einfachste Form der Anlage. Sie bieten sich für den Anleger an, der Banken und dem Finanzsystem im Allgemeinen extrem misstraut. Daher sollten sie konsequenter Weise auch in Erwägung zu ziehen ihr Geld außerhalb des Bankensystems einzulagern. Wer seine Bestände in einem Bankschließfach aufbewahrt, muss im Falle einer Bankenpleite nach Einschreiten der Bankenaufsicht einige Tage warten, bis er Zugriff auf sein Tresorfach bekommt. Die Bestände im Schließfach fallen aber nicht in die Insolvenzmasse, sie sind Eigentum des Kunden und nicht der Bank.

Erhältlich sind Münzen und Barren beispielsweise bei günstigen Edelmetallhändlern wie Edelmetalldiscount.com. Ein Preisvergleich zwischen den Anbietern und den verschiedenen Münzprägungen lohnt in jedem Fall. Denn die Aufgelder auf den reinen Marktpreis der Edelmetalle, welche für Transport, Versicherung und Prägekosten in Rechnung stellen, variieren enorm.

Hier im Überblick:Kruegerrand

Silberbarren
Goldbarren
Silbermünzen
Goldmünzen

Edelmetallfonds: Gold- und Silberfonds

Sie sind nach einhelliger Meinung von Experten ein wesentlicher Treiber der jüngsten Goldhausse. Fast 1300 Tonnen Gold lagert der mit Abstand größte Goldfonds SPDR Gold Shares für seine Kunden ein. Die kommen vorwiegend aus den Vereinigten Staaten. Hierzulande ist der Fonds wie die meisten seiner Art nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen. Grund dafür ist das deutsche Investmentgesetz: Demnach müssen Anlagen in einem Fonds breit gestreut sein. Für Goldfonds heißt das, nicht mehr als 30 Prozent der Mittel dürfen direkt in Barren angelegt sein. Daher legen die meisten Fondsgesellschaften neben dem anteilig erlaubten Direktinvestment in physisches Metall ihre Mittel in andere börsengehandelte Edelmetallfonds (ETF) und Zertifikate sowie zunehmend auch in andere Edelmetalle wie Silber, Platin, Palladium an, um den Streuungsvorschriften nachzukommen.

Mit der SOLIT 2. Gold & Silber GmbH & Co. KG ist es Privatanlegern auch erstmalig möglich über einen geschlossenen Fonds in physisch hinterlegtes Gold (auf Wunsch auch in Silber) zu investieren. Gekauft werden ausschließlich große Barren, so dass Anleger des Gold-Fonds erhebliche Einkaufsvorteile von bis zu 12% erzielen können. Zudem ist der Fonds sparplanfähig. Die Lagerung der Gold- und Silberbestände erfolgt bankenunabhängig in der Schweiz.

Gold-ETC und Zertifikate

Weil Publikumsfonds hierzulande nach dem Streuungsgebot eben nicht voll und direkt in die Edelmetalle investieren dürfen, sind einige Anbieter den Umweg über Zertifikate oder börsengehandelte Exchange Traded Commodities (ETC) gegangen. Doch Vorsicht ist geboten! Es handelt sich bei Zertifikaten rechtlich meist um Inhaberschuldverschreibungen. Geht der Herausgeber der Wertpapiere pleite, können Anleger damit ihr gesamtes Geld verlieren.

Gold- und Silberminenaktien

Bei dieser Variante vereinen Anleger die Chancen und Risiken zweier Märkte in einem Investment. Steigen die Aktienmärkte, profitieren die Papiere profitabler Gesellschaften oft überproportional. Geht es allerdings bergab an den Börsen, drückt das in der Regel auch die Minenpapiere, selbst wenn gleichzeitig der Goldpreis relativ stabil bleibt. Wer das Minenrisiko breiter streuen möchte, kann in Gold- oder Silberminenfonds investieren. Ein Beispiel für einen solchen Fonds ist der vor kurzem an den Markt gegangene Gold & Silver Reserve Fund.

Edelmetallanlagen in der Übersicht

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