Weltweiter Austausch und Länder überschreitende Zusammenarbeit ist Unternehmenssache, so könnte man meinen, blickt man auf die oftmals bestehende Hilflosigkeit der Weltgemeinschaft. Ob Irak, Iran oder Libanon die Weltgemeinschaft ist gespalten. Zusammenarbeit ist dem politischen Kalkül unterworfen, welches nicht selten von starken wirtschaftlichen Interessensgruppen forciert wird.

Um so erstaunlicher ist es nicht nur, dass jetzt der Gedankenaustausch auf politischer Ebene zu einem Wirtschaftsthema geplant ist – es scheint sich sogar im Mutterland des Kapitalismus, der USA, die Meinung zu bilden, dass es so nicht funktioniert. Folgerichtig gab sich Bundesfinanzminister Steinbrück erstaunt, als die USA signalisierten, dass die Beaufsichtigung von Hedge-Fonds durchaus ein Thema für die Agenda des G7 Treffens sei.

Hedge-Fonds und ihre Manager dürfen sich geadelt fühlen. Existierten Ihre Produkte bislang eher in der Wahrnehmung von Groß- und Institutionellen-Anlegern, so dürfte sich jetzt die politische PR Maschine aktivieren lassen. Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen sollen das Treiben der umtriebigen Hedge-Fonds künftig reglementieren. Betrachtet man die Dauer, die zu einer internationalen Regelung in der Regel notwendig ist, so werden in London, Sitz einer Vielzahl von Hedge-Fonds sicherlich die Korken knallen. Kostenlose PR und öffentliche Diskussionen – auch wenn sie nicht immer positiv sind, sind gut fürs Geschäft, diese Erkenntnis hat sich spätestens seit Dieter Bohlen auch in Deutschland durchgesetzt.

Wer aber sind die bösen Buben? Wo findet man sie und vor allem wie können Regelungen aussehen, das Geschäft zu überwachen und dennoch nicht die komplette Branche, welche durchaus eine wirtschaftspolitische Berechtigung besitzt, zu zerstören?
Ob sich auch nur eine dieser Fragen im Rahmen eines G7 Gipfels halbwegs beantworten lässt ist schwer zu beantworten, positiv darf aber sicherlich das allgemeine politische Interesse an einer Reglementierung gesehen werden. Dort, wo sich der Markt nicht selbst regulieren kann, weil einige Player zu stark geworden sind, ist staatliche Einflussnahme – für eine Übergangsphase, die nur der Marktneuordnung dient – durchaus wünschenswert.

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