Die Anlegerstimmung in Deutschland ist so tief wie seit fünf Jahren nicht mehr. Dies ist das Ergebnis einer Anfang Februar 2009 durchgeführten Umfrage von Union Investment zum Anlegerverhalten. So ist die allgemeine Stimmung unter Anlegern durch die Finanzkrise im ersten Quartal 2009 auf den Stand vom ersten Quartal 2003 gefallen und liegt gleichzeitig zwölf Prozent unter dem Niveau des vierten Quartals 2008. Der Trend nach unten dürfte dabei noch nicht gestoppt sein. Denn 64 Prozent der Befragten rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der Gesamtwirtschaft. Und nur rund 30 Prozent erwarten einen Anstieg an der Börse. Dennoch gehen lediglich 22 Prozent aller Befragten von negativen Folgen aus der Wirtschaftskrise für die eigene finanzielle Situation aus.
Wenig Optimismus an den Aktienmärkten
Die Wirtschaftskrise wirkt sich negativ auf die Stimmung an den Aktienmärkten aus. Für die nächsten sechs Monate erwarten nur 31 Prozent aller Befragten einen Aufwärtstrend an den Börsen. Ein Großteil (37 Prozent) dagegen rechnet mit weiter fallenden Aktienkursen. 30 Prozent gehen von einem mäßigen Anstieg aus und jeder Vierte erwartet eine Seitwärtsbewegung der Märkte. Im Vergleich zum vorherigen Quartal ist die Anzahl der Optimisten an den Aktienmärkten weiter gesunken.
Verschlechterung der Gesamtwirtschaft – aber Krise ist bei privaten Haushalten noch nicht angekommen
Obwohl zwei Drittel der Befragten für die nächsten sechs Monate mit einer Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage rechnen, erwarten 61 Prozent keine Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf ihre eigene finanzielle Situation. Wie schon in Umfragen vorheriger Quartale liegen beide Einschätzungen weit auseinander. Erstaunlich ist, dass trotz der Wirtschaftskrise das Sparverhalten der Anleger fast unverändert ist. So geben 79 Prozent der Befragten an, genauso viel wie vorher zu sparen. Nur 14 Prozent der deutschen Anleger sparen weniger und sieben Prozent mehr.
Sicherheit für Wahl der Geldanlage ausschlaggebend
Die Hälfte der Befragten legt heute bei der Risikobereitschaft von Geldanlagen deutlich mehr Wert auf das Thema Sicherheit als noch vor der Wirtschaftskrise. 46 Prozent dagegen sind unverändert risikobereit und nur ein kleiner Teil von fünf Prozent würde für eine höhere Gewinnaussicht mehr Risiko eingehen.
Dennoch steht bei der Wahl der Geldanlage mit 58 Prozent das Thema Sicherheit an erster Stelle. Erst weit dahinter spielt die freie Verfügbarkeit mit 26 Prozent eine Rolle, gefolgt von der Gewinnerzielungsabsicht mit zehn Prozent und den steuerlichen Vorteilen mit fünf Prozent.
Union Investment lässt die Erhebung zum Anlegerverhalten quartalsweise durchführen. Bleibt abzuwarten, wann die Talsohle erreicht ist und eine Trendwende bei der Stimmung der Anleger einsetzt.

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