Mit einem Zuwachs gegenüber der Herbstumfrage von 2009 um 7,3%-Punkte auf 67,6 Prozent rangiert das Sparziel „Altersvorsorge“ im Frühjahr 2010 wieder ganz deutlich auf Platz 1. Zweitwichtigstes Sparziel bleibt „Erwerb/Renovierung von Wohneigentum“ mit 52,2 Prozent (Herbst 2009: 52,0 Prozent). Auf Platz 3 steht das Sparziel „Konsum/  Anschaffungen“, das mit 50,1 Prozent aber einen Rückgang von 9,8%-Punkten verzeichnet. Erst mit größerem Abstand folgt das Sparziel „Kapitalanlage“, das zwar um 5,1%-Punkte zulegte, mit 37,3 Prozent aber noch weit von früheren höheren Werten entfernt ist.

„Der Bedeutungsgewinn des Sparziels Altersvorsorge zeigt die Unsicherheit der Sparer, was Dauer und Auswirkungen der Finanzkrise betrifft“, erklärte dazu der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Privaten Bausparkassen, Andreas J. Zehnder. „Solide Sachwerte“ würden deshalb bevorzugt. Zehnder: „Der drastische Rückgang beim Sparziel Konsum ist durch die Vorzieheffekte mit beeinflusst, die das Konjunkturprogramm 2009 ausgelöst hat“. Das Sparziel „Kapitalanlage“ liege kaum über dem Niveau des Frühjahrs 2009 und immer noch zwischen 5- und 6%-Punkten unter den Vergleichswerten der Jahre 2008 und 2007. Der mit der Finanzkrise eingetretene Vertrauensschwund wirke hier immer noch nach.

Auf die Frage nach dem künftigen Sparverhalten haben 8,5 Prozent der Befragten angegeben, mehr zu sparen. Das sind genauso viel wie im Herbst 2009. Parallel dazu ist der Anteil der Bundesbürger, die künftig weniger sparen wollen, mit 14,6 Prozent gegenüber der letzten Umfrage mit 14,1 Prozent leicht gestiegen. Der Anteil derjenigen, die überhaupt sparen, liegt im Frühjahr 2010 mit 47,5 Prozent gut drei Prozentpunkte höher als im Herbst 2009 mit 44,4 Prozent. Dem entgegen ist der Anteil der Nicht-Sparer von 55,0 Prozent auf aktuell 51,9 Prozent gesunken.

Einmal im Jahr wird auch nach den genutzten Geldanlagen gefragt: Danach belegt das traditionelle Sparbuch (einschließlich Spareinlagen, Banksparplan) mit 55,2 Prozent den vordersten Platz (Frühjahr 2009: 55,7 Prozent). Bereits auf Platz 2 kommt der Bausparvertrag mit 39,0 Prozent (38,3 Prozent). Dicht dahinter liegen „Renten- und Kapitallebensversicherungen“ mit 38,6 Prozent (37,9 Prozent) und „Sparen auf einem Girokonto“ mit 36,5 Prozent (38,3 Prozent). Zu den Gewinnern in der Geldanlage zählen auch „Investmentfonds“ mit 23,9 Prozent (20,9 Prozent), „Immobilien“ mit 23,8 Prozent (21,1 Prozent) und „Riester-Rente“ mit 22,4 Prozent (20,9 Prozent). Aktien folgen mit 14,6 Prozent (12,5 Prozent). „Das Sicherheitsbedürfnis der Anleger steht“, so Zehnder, „weiterhin im Vordergrund. Der Sparer verhält sich auf breitester Front sehr konservativ.“

Der aus der Untersuchung abgeleitete Sparklima-Index des Verbandes wird als Saldo aus den Prozent-Anteilen derjenigen, die künftig mehr sparen wollen, und derjenigen, die künftig weniger sparen wollen, berechnet.

Nach der Abwärtsentwicklung des Sparklima-Index im Jahr 2008 (von -4,3 auf
-8,1) und dem leichten Anstieg im Frühjahr 2009 (auf -7,7) ist er im Frühjahr 2010 auf -6,1 weiter angestiegen. Er befindet sich nun wieder auf dem Niveau vom Frühjahr 2007, als der Sparklima-Index -6,0 betrug. Geprägt wird diese Entwicklung von einem deutlichen Anstieg des Anteils der ostdeutschen „Mehr-Sparer“ von 8,0 im Herbst 2009 auf 9,5 in der aktuellen Umfrage.

Möglichkeiten der Altersvorsorge: Private- und betriebliche Altersvorsorge

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