ETF Dice Picture Aktive Fonds haben immer häufiger ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die derzeit sehr beliebten passiven ETFs. Denn diese sind nicht immer automatisch die billigere Lösung. Die Stimmen aus der Branche mehren sich derzeit zu diesem Thema. Der Grund dafür ist simpel, viele Indexfonds investieren nämlich längst nicht so passiv wie der Name suggeriert.
Im Trend um den klassischen ETF sind viele neue Produkte entstanden, welche eher als eine semi-aktive Anlagelösung zu bezeichnen sind. So können Anleger nun mittels gehebelter ETFs überproportional an Indexbewegungen partizipieren. Es ist auch möglich mittels, einfacher oder gehebelter Short-ETFs an Kursverlusten Gewinne zu erzielen. Hinzu kommen neben den sogenannten Smart-Beta-ETFs auch noch Faktor-ETFs und weitere aktive Anlagestrategien im Indexfonds-Kostüm.
Von der ursprünglichen Idee des einfachen passiven Index-Investments wurde mit diesen Ideen mittlerweile stark abgewichen. Diese Verkomplizierung steigert allerdings auch die Kosten der ETF-Idee. Dennoch dürfen diese Produkte den Namen „ETF“ tragen. Somit ist es für viele Anleger auf den ersten Blick unmöglich zu erkennen was das Produkt im Detail macht. Die simple Annahme dass ETFs immer das günstigste Produkt stellen ist derzeit aber bereits widerlegt.

Bei den aktiv gemanagten Fonds findet sich eine Fülle passender oder vergleichbarer Anlagestrategien zu fast allen ETF-Produkten. Für jeden Anlegertypen findet sich hier aus über 18.000 Investmentfonds ein passender, aktiv gemanagter, Investmentfonds. Diese schlugen im vergangenen Jahr sogar zum Großteil ihren Vergleichsindex.
Nur ein rein passiver ETF ist in der Regel günstiger als ein aktiv gemanagter Fonds. Anleger sollten daher vorab prüfen um welche Art von ETF es sich handelt, und nicht blind Schlussfolgern dass das Wort ETF im Namen automatisch den günstigsten Preis ausmacht.
Da ein rein passiver ETF allerdings den Index auch bei fallenden Kursen 1:1 nachbildet, ist das Risiko den freien Fall ungebremst erleben zu müssen sehr viel höher als mit aktiv gemangten Fonds. Das beste Beispiel hierfür ist der Flash Crash Anfang 2018. Aktiv gemanagte Fonds verloren im Schnitt weniger an Wert als klassische ETFs. Ein aktiv gemanagter Fonds hat in schwachen Marktphasen die Möglichkeit, harschen Verlusten entgegenzuwirken. Beim Preisvergleich zwischen ETF und aktiv gemanagtem Fonds sollten also auch immer die durchschnittlichen Mehrkosten für einen aktiv gemangten Fonds den Chancen und dem Risiko der Kapitalmarktsituation und effizienz des zugrundeliegenden Martkes mit einbezogen werden.