Auch wenn es fast niemand bemerkte, gestern ging die 137-jährige Geschichte der Dresdner Bank zu Ende. Mit der Eintragung in das Frankfurter Handelsregister wurde die Verschmelzung von Commerzbank und Dresdner Bank abgeschlossen. Auch wenn es die Marke Dresdner Bank noch ein paar Monate vielleicht sogar Jahre geben wird, das Geldhaus selbst gibt es nicht mehr. In wieweit sich hieraus Änderungen in Frankfurt am Main, dem Standort beider Banken ergeben werden ist bislang nicht absehbar, noch sind beide Bankentürme in Frankfurts Mitte bewohnt.

Commerzbank muss sich verkleinern

Klar ist aber, dass der neue Eigentümer Commerzbank einen Kehraus machen wird und die zuletzt erheblich erfolglose Investment Banking Mannschaft ausdünnen wird. Im Zuge dessen könnte Commerzbank Chef Blessing auch gleich die von der EU geforderten Änderungen hinsichtlich der eigenen Hypotheken Sparte, Eurohypo, umsetzen. Gemäß Vorgaben der EU-Kommission darf die Commerzbank nur dann auf staatliche Bürgschaften gestützt bleiben, wenn das Unternehmen einen Schrumpfungsprozess durchmacht und die Hypothekensparte veräußert. Das sollte derzeit leicht durchsetzbar sein, da dieser Bereich ähnlich allen anderen Hypotheken Spezialisten durch die US-Hypothekenkrisen das Wasser sprichwörtlich bis an den Hals reicht.

Die Commerzbank Führung muss also über die zukünftige Richtung keine Diskussion mehr führen, sowohl die Bundesregierung als auch die EU-Kommission werden den Weg zu einer auf Bankwesen fokussierten Bank mittragen. Wie viel Dresdner Bank „grün“ inmitten des Commerzbank „gelb“ erhalten bleiben wird, wird erst die Zukunft zeigen.

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