Das Fondshaus Hamburg meldet: Die Weltwirtschaftskrise hat den Containerschiffsmarkt weiter fest im Griff. Aber auch Tanker und Car Carrier können sich den Folgen der Krise nicht entziehen. Einzig der Bulkermarkt sorgte dank der Rohstoffimporte Chinas für überraschend gute Zahlen. Dies sind die zentralen Ergebnisse des aktuellen Marktreports von Fondshaus Hamburg, der halbjährlich die Entwicklung der Schiffsmärkte analysiert. „Die Bodenbildung auf den Schifffahrtsmärkten dürfte erreicht sein“, sagt Jens Brandis, Geschäftsführer bei Fondshaus Hamburg und verantwortlich für den Schiffsbereich. „Für 2010 rechnen wir damit, dass der Schifffahrtsmarkt wieder auf ruhigere Gewässer zusteuert.“ Positivere Konjunkturaussichten und die damit verbundene Zunahme des globalen Handels seien erste Anzeichen der Besserung. So sagt der IWF in seiner jüngsten Prognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft einen Anstieg von fast vier Prozent für 2010 voraus. „Viele Investoren nutzen bereits wieder die Gunst der Stunde und kaufen günstig Schiffe oder Fondsanteile, weil sie bessere Zeiten und damit höhere Preise erwarten“, sagt Brandis.

Containerschiffsmarkt hat im 2. Halbjahr 2009 weiter nachgegeben

Nachdem sich das Containervolumen in den ersten sechs Monaten 2009 erstmals verringerte, litt der Containerschiffsmarkt auch im letzten Halbjahr unter dem Güterrückgang. Die 2009 von den Containerschiffen transportierte Menge nahm um schätzungsweise 50 Millionen TEU auf 448 Millionen TEU ab, was einem Minus von 10 Prozent entspricht. Trotz der schlechten Zahlen ist ein Silberstreifen am Horizont erkennbar. Für 2010 erwartet die OECD eine Steigerung des Welthandels um 6 Prozent und für 2011 von 7,7 Prozent. Clarkson Research prognostiziert für den Containerumschlag ein Wachstum von 6,4 Prozent, was 20 Millionen TEU entspricht.

Nachfrage nach Tankern und Car Carriern bleibt niedrig

Der Tankermarkt blieb auch im vergangenen Jahr arg gebeutelt. 2009 ging die auf dem Seeweg transportierte Menge Rohöl im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent zurück. Ähnlich entwickelte sich die Fracht von Ölprodukten (Brenn- und Treibstoffe), die um 2,5 Prozent abnahm. Während des dritten Quartals war die Nachfrage teilweise derart schwach, dass die Spot-Raten unterhalb der Betriebskosten lagen. Auch der Markt für Car Carrier kann sich den Folgen der Wirtschaftskrise nicht entziehen. Seit August 2008 bestehen keine Neubaukontrakte für Car Carrier. Im zweiten Halbjahr 2009 wurden zwar 18 Einheiten mit 56.300 CEU (Fahrzeugeinheiten) verschrottet. Im gleichen Zeitraum wurden jedoch auch 25 Car Carrier mit 134.500 CEU abgeliefert.

Bulkermarkt überraschend stabil

Der Markt für Massengutfrachter blieb im zweiten Halbjahr 2009 stabil. Der Hunger der chinesischen Stahlindustrie nach Rohstoffen lässt die Eisenerz- und Kohleimporte ständig wachsen. 2009 transportierten die Bulker 50 Millionen Tonnen mehr an Kohle, Eisenerz und Getreide. Allerdings fiel das Wachstum von 2,6 Prozent um die Hälfte geringer aus als 2008 (+ 5,5 Prozent).

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