Achtung: Die nachfolgenden Zeilen sind polemisch und geben nur die Meinung des Autors wieder.
Jetzt ist es fast geschafft. Morgen beginnt es. Das Ereignis auf das eine Vielzahl von Menschen jahrelang hin gearbeitet haben. Die Fußball Weltmeisterschaft.
Es wurde gestritten (um die Namensrechte), geschimpft (der Bundestrainer fliegt einfach ins Ausland zur Familie), die rechtliche Situation diskutiert (dürfen geschenkte Tickets angenommen werden), die steuerliche Seite diskutiert (der Finanzminister sagt lassen sie doch mal der Situation den Vorrang), geprobt und abgesagt (die Eröffnungsfeier) und dennoch kamen Hunderttausende nach Frankfurt um sich mit einem Film, der an die Hochhäuser geworfen wurde auf ein Ereignis der besonderen Art einzustimmen.
Es bewegt die Massen, das hatten alle gewusst, aber das 250.000 Menschen in Berlin zu der Ersatzeröffnungsfeier kommen würden und einfach mitmachen, dass hatte sicherlich auch der kühnste Träumer so nicht erwartet.
Die Deutschen haben also ihren Frieden mit sich geschlossen und warten nun gespannt darauf das es endlich losgeht. Nicht Harz IV bewegt die Stammtische – Ballack musste sein Training erneut abbrechen und kann vermutlich das Eröffnungsspiel nicht bestreiten – und jetzt? Was jetzt?
Jetzt hat erst mal Ver.di seinen großen Auftritt. Nachdem die Streiks in Kommunen die Bürger aufregten, die Streiks in den Landesbehörden dann in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wurden und selbst die Einigung bei der Telekom irgendwie im Fußball Freudentaumel untergingen, jetzt musste es doch gelingen endlich im Sinne der Bürger ein positives Ergebnis zu erzielen.
Als Ergebnis darf sicherlich festgestellt werden: Das erzielte Medienecho, welches vielleicht in der letzten Zeit nicht immer so groß war, ist durchaus beschaulich. Aber: Ist es das wert?
Worum es geht? Nun, Deutschland hatte vor einigen Jahren das Glück diese Fußball Weltmeisterschaft austragen zu dürfen. Deutschland wollte die Chance nutzen sich der Welt als offenes und herzliches Land zu präsentieren. Ganz nebenbei sollten sich unsere Gäste „wie bei Freunden“ fühlen und Geld ausgeben. Damit dies besser klappt verlängerte man – vorrübergehend – die Ladenöffnungszeiten und versucht den Gästen auch die Chance zu geben sich wie zu Hause zu fühlen und Geld auszugeben.
Das ist ärgerlich für die betroffenen Mitarbeiter, sollte doch aber einen positiven Beitrag zum Wohlfühleffekt aller und der Wirtschaft darstellen.
Die jetzt durch Ver.di verschiedentlich eingereichten Klagen gegen die verlängerten Öffnungszeiten zeigen der Welt vor allem eines: Du bist zwar Deutschland, aber weltoffen und kleinkariert gehen eben doch nicht einher.
Lieber Recht behalten als Spaß gehabt. Lieber deutsch kleinkariert als global. Lieber eine negative Schlagzeile als gar keine.
Liebe betroffene Arbeitnehmer, ich verstehe Ihren Ärger – aber bitte sprechen Sie doch bei solche Dingen mit Ihrem Chef und nicht mit Ver.di. Sie lassen sich hier für Dinge instrumentalisieren, die Ihnen nicht helfen und das grade aufkeimende „Wir sind Deutschland“ Gefühl sofort wieder zurück zu den Filzpantoffeln verbannt.
Springen Sie über Ihren Schatten und lassen Sie das Motto wahr werden: Die Welt ist zu Gast bei Freunden. Auch außerhalb der Ladenöffnungszeiten.

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