Es war eine Marathonveranstaltung mit offenem Ende. Die Vorstandsriege der Deutsche Telekom wurde bereits in den letzten Jahren nicht gerade mit Begeisterung zur Jahreshauptversammlung empfangen, daran hat sich auch in diesem Jahr nicht viel geändert.
Die Querelen um die Tochter T-Online sind nach wie vor nicht gelöst, auch wenden sich immer noch 100.000 Kunden monatlich von der Festnetzsparte T-Com der Deutschen Telekom ab. T-DSL ist ein Kassenschlager, leider nicht bei der Telekom, sondern bei deren Vetriebspartnern.
Dennoch. Die Dividende konnte auf 0,72 Euro je Anteilsschein angehoben werden. Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen ist mit 20 Mrd. Euro nur leicht rückläufig. Der Schuldenabbau kommt voran. Das aber vielleicht wichtigste an dieser Veranstaltung, mit großer Offenheit geht der Vorstand in Person von Kai Uwe Ricke mit dem Problem Zukunft um.
„Es geht um nichts Geringeres, als die Zukunft unseres Unternehmens nachhaltig zu sichern“, so begann die Einleitung in das, was Fussballer vielleicht unter einer „Kabinenansprache“ verstehen würden. Die Zeiten sind unübersichtlich, neue Technologien wie Voice over IP machen auch und ganz besonders der Telekom zu schaffen. Trotz Gewinnen, werden Arbeitsplätze abgebaut werden müssen, technische Innovationen haben das entsprechende Personal irgendwann überflüssig werden lassen.
Die Telekommunikations-Branche befindet sich im Umbruch, die Telekom will nicht tatenlos zusehen. Geplant sind Unternehmenszukäufe, so sie einen positiven Beitrag zum Unternehmen leisten.
Wenn schon die Ausrichtung weiter ein wenig im Unklaren bleibt, so sind zumindest zwei Personalien sicher festzustellen. Für den bekanntesten Neuaktionär, die Beteiligungsgesellschaft Blackstone, wird Lawrence Guffey in den Aufsichtsrat einziehen, auch ein medienerfahrender Deutscher Manager wird ab sofort dem Gremium angehören, mit Mathias Döpfner ist dann auch die Verlagsgruppe Springer (Axel Springer AG) vertreten.

0 0 0 0 0