Die Ausgaben für die private Altersvorsorge befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit 2005. So geben Berufstätige in Deutschland aktuell nur noch durchschnittlich 188 EUR pro Monat dafür aus. Das entspricht einem Minus von sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotzdem beabsichtigt die Mehrheit der Befragten nicht, ihre private Altersvorsorge zu erhöhen. Dagegen interessieren sich die Deutschen stärker für die Verwirklichung der eigenen vier Wände und für Bausparverträge. Dies hat die Postbankstudie „Altersvorsorge in Deutschland 2008/2009“ ergeben.
Mehrheit der Deutschen fühlt sich für das Alter gut abgesichert
Trotz gesunkener monatlicher Ausgaben für die Altersvorsorge sind 41 Prozent aller Berufstätigen der Meinung, im Alter gut abgesichert zu sein, 19 sind unentschieden und 40 Prozent halten ihre Altersvorsorge für unzureichend. Bei ihrer Einschätzung lässt die Mehrheit der Befragten allerdings die Aspekte Inflation und die steigende Lebenserwartung unberücksichtigt.
Noch immer Informationsdefizit bei Abgeltungsteuer und Wohn-Riester
Auch wenige Wochen vor ihrem Inkrafttreten hat noch jeder dritte Deutsche nichts von der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge gehört. Auch das geht aus den Ergebnissen der Postbank-Studie hervor. Und obwohl 85 Prozent aller Deutschen viel von einer staatlichen Eigenheimförderung als Altersvorsorge halten, hören 59 Prozent das erste Mal von der neuen Eigenheimförderung Wohn-Riester.
Eigenheim als Alterssicherung rückt auf Beliebtheitsskala nach vorne
Laut Aussage der Studie ist das Interesse an den eigenen vier Wänden als Alterssicherung stark gestiegen. So ist für 65 Prozent aller Deutschen das Eigenheim die ideale Form der Altersvorsorge. Bei Berufstätigen mit Kindern steht das  Eigenheim mit 72 Prozent auf der Beliebtheitsskala sogar ganz vorne. Sie werten es noch höher als die staatliche Rentenversicherung, die immerhin für 70 Prozent die bestmögliche Form der Alterssicherung darstellt. Besonders gefragt sind auch Bausparverträge, deren Popularität sich um 40 Prozent gegenüber 2007 verbessern konnte.
Mit 45 Prozent ist die Mehrheit aller Berufstätigen in Deutschland der Meinung, dass private Vorsorgemodelle sicherer als die gesetzliche Rente sind. 38 Prozent dagegen setzen eher auf die staatliche Rentenversicherung. Insgesamt wollen jedoch 47 Prozent der Deutschen nicht, dass die staatliche Förderung privater Altersvorsorgemodelle zur Stabilisierung der gesetzlichen Rente aufgegeben wird.
Die Studienergebnisse verdeutlichen ein noch immer vorhandenes Informationsdefizit in der deutschen Bevölkerung zu Themen wie der Abgeltungsteuer und Wohn-Riester. Gleichzeitig zeigen sie die Bedeutung für die Deutschen, die eigenen vier Wände als Alterssicherung zu verwirklichen. Alles in allem eine gute Basis, um die Themen entsprechend aufzugreifen, damit sie zum Erfolg werden können.

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