Auch im zweiten Quartal zeichnet sich bei der Commerzbank keine Trendwende des Geschäftsverlaufes ab. Mit einem operativem Fehlbetrag von 201 Mio. Euro verpasst die Bank das angestrebte ausgeglichene Ergebnis deutlich was Commerzbank-Chef Martin Blessing zu dem Kommentar „Insgesamt war das Konzernergebnis im zweiten Quartal nicht zufriedenstellend“ veranlasste. Auch die Aussicht für das weitere Geschäftsjahr bietet aus Sicht der Anteilseigner wenig Grund zur Freude, bedingt durch die höhere Risikovorsorge musste die Bank ihre Risikovorsorge von 844 Mio. Euro auf 993 Mio. Euro anheben, was einen Aufschlag von rund 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Risiken im Bereich Mittelstand-Finanzierung steigen

Grund der erhöhten Risikovorsorge ist das steigende Kreditausfallrisiko, welches die traditionell in der Mittelstands-Finanzierung stark engagierte Bank aufgrund der Wirtschaftskrise vornehmen muss um gegen eine ggf. eintretende Insolvenzwelle eigener Kreditkunden bestmöglich gewappnet zu sein. Dennoch sieht Blessing gegenüber dem Vorjahr keine Notwendigkeit die Rückstellungen weiter auszuweiten, die befinden sich mit 3,5 Mrd. Euro auf einem auch für schlechte Zeiten ausreichenden Niveau, so dass hier keine weiteren Maßnahmen vorgesehen sind.

Auf das Gesamtjahr gerechnet gehen Beobachter für die Commerzbank von einem Verlust von etwa 4 Mrd. Euro aus, was den derzeit größten Anteilseigner, die Bundesrepublik Deutschland mit 25 Prozent, sicherlich wenig erfreuen wird. Als zweitgrößte Bank des Landes gilt die Commerzbank aber als systemrelevant weswegen eine Insolvenz praktisch ausgeschlossen ist.

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