Dem Wählervolk hat man in den vergangenen Jahren unter großen Anstrengungen und mit viel Überzeugungskraft beigebracht, dass die Rente nur sicher sein können, wenn eine Kombination aus privater Altersvorsorge (z.B. Riester-Rente) und späterem Renteneintrittsalter dazu beitragen die Kosten für die Rentenversicherung moderat zu halten. Der Grund dafür ist die demographische Entwicklung, d.h. die Veränderung der Alterspyramide in der viele Alte immer wenigen Jungen gegenüber stehen und von deren Rentenzahlungen im Umlageverfahren – auch nett als Generationenvertrag umschrieben – leben müssen.

Dass Berechnungen, die eine Zukunft in 25 bis 30 Jahren abdecken sollen von Zeit zu Zeit nach gebessert werden muss, erscheint logisch. Zu schnell ändern sich äußere Rahmenbedingungen, als dass sie einmal aufgestellt für Jahre und Jahrzehnte Bestand haben können. Das hat nicht nur der Sozialismus mit seinen 5-Jahresplänen gezeigt, das kennt auch jeder aus seinem eigenen persönlichen Umfeld – niemals treten alle Pläne so ein, wie man sich das selbst ausgerechnet hat.

Rentenexperten der Bundesbank raten zu Rente mit 69 Jahren

Genauer nachgerechnet haben in den letzten Wochen und Monaten scheinbar auch die Renten-Spezialisten der Bundesbank. Die Entwicklung der Arbeitseinkommen (welche maßgeblich für die Einkünfte der Rentenkasse sind) ist – auch aufgrund der aktuellen Wirtschaftsflaute nicht so stark gestiegen wie angenommen, was zwar keine Auswirkungen auf die Rentenhöhe der jetzigen Rentner, wohl aber auf die der jetzigen Beitragszahler und späteren Rentner hat.

Damit die Kalkulation irgendwie aufgeht müssen auch bei der Rentenberechnung Variablen und Gleichungen solange neu justiert werden, bis ein Ergebnis feststeht. Unterstellt man, dass die jetzigen Rentner nicht auf Geld verzichten wollen, dann ist die einzig durchsetzbare Formel der spätere Eintritt in die Rente und damit verbunden ein Zwang zu noch mehr privater (Riester-Rente) Vorsorge. Was bei einem gleichzeitig vielfach schrumpfenden Einkommen sowohl dem Einzelhandel als auch der Binnennachfrage insgesamt einen schweren Dämpfer verpassen würde.

Wie ernst diese Lage wirklich ist, kann man vielleicht daran erkennen, dass ausgerechnet die Bundesbank als eher regierungsnahe Institution inmitten einer Wirtschaftskrise und vor Bundestagswahlen eine solche Forderung öffentlich macht.

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