Fast klingt es wie eine Großtat. Die Bundesrepublik Deutschland, größte europäische Volkswirtschaft, wird in diesem Jahr die Regelungen des Stabilitätspakts einhalten. Zumindest glaubt Axel Weber, Chef der Bundesbank, an dieses Szenario. Damit nicht die komplette Republik in einen weltmeisterlichen Jubeltaumel rückt schränkt der Wirtschaftsweisen Peter Bofinger die Situation gleich wieder ein: Dieses Jahr, mag sein, nächstes Jahr, wenn die Mehrwertsteuer angehoben worden ist, stehen wir wieder am Anfang, nicht mittendrin im Aufschwung.

Was bei dieser Darstellung vielleicht ein wenig untergeht: Es sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeitsein, dass dieses Land diese selbst maßgeblich entwickelten Kriterien des EU-Stabilitätspakt einhält. Es sollte genauso selbstverständlich sein, dass eine Volkswirtschaft Mehreinnahmen nicht durch Steueranhebungen, sondern durch Wirtschaftswachstum erzielt.

Aus diesem Grund erscheint die Freude nicht so recht ansteckend, aber vielleicht sind die Bundesbürger mittlerweile so ermüdet von Ihrem Staat, dass sie ob der allgemeinen Lage beschlossen haben einfach das Beste daraus zu machen. Wir Deutschen haben es der Welt und uns gezeigt, dass wir guten Mutes sein können – warum sollten wir uns dann von Bürokraten abhalten lassen? Eben. Machen wir also noch einmal etwas unerwartetes, etwas was der Präsident gesagt hat: Legen wir los und machen was. Sollen sich die anderen Gedanken machen, wie sie lenken wollen, wir fahren schon mal vor.

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