Der VGF, der Verband der geschlossenen Fonds e.V., legte in diesen Tagen die Branchenzahlen für das abgelaufene Jahr 2012 vor. Vor allem institutionelle Anleger investierten im abgelaufenen Jahr in geschlossene Fonds; der Anteil privater Anleger ist dagegen rückläufig.

Nettozuflüsse auf hohem Niveau

Insgesamt konnten die Emissionshäuser im Jahr 2012 Nettoneumittel in Höhe von 4,5 Mrd. Euro generieren. Dies bedeutet einen Rückgang von etwa 23 % gegenüber  dem Jahr 2011, als noch gut 5,85 Mrd. Euro in den Markt geschlossener Fonds investiert wurden.

Zudem zeigen die Branchenzahlen, dass der Anteil von Privatanlegern in diesem Segment rückläufig ist. Sie stellen 70 % der Gesamtinvestitionen, ein Rückgang um gut 35 %. Insgesamt investierten private Anleger im Jahr 2012 3,14 Mrd. Euro in geschlossene Fonds. Im Gegensatz hierzu jedoch konnte der Anteil institutioneller Investoren gesteigert werden. Sie legten insgesamt 1,36 Mrd. Euro und damit gut 31 % mehr an als im Jahr 2011.

Mit dem Geld der Investoren konnten Sachwertinvestitionen in einem Gesamtwert von 7,38 Mrd. Euro getätigt werden. Auch hier ist ein Rückgang spürbar, denn 2011 lagen die Sachwertanlagen bei 9,89 Mrd. Euro.

Immobilien als beliebteste Anlageklasse

Die beliebteste Anlage in geschlossenen Fonds war 2012 die Immobilie. Vor allem Fonds, die in Immobilien in Deutschland investierten, konnten mit ihren Projekten überzeugen. Anleger investierten in diese Fonds 2,05 Mrd. Euro, die etwa 46 % der gesamten Eigenkapitalzuflüsse in 2012 entsprechen. Ausländische Immobilienfonds hingegen kamen mit einem Eigenkapitalvolumen von 730 Mio. Euro auf einen Anteil von 16 %.

Ebenso interessant waren 2012 für Anleger Energiefonds, die in erneuerbare Energien investieren. Sie erzielten als einzige Anlageklasse einen nominalen Zuwachs. Mit einem Investitionsvolumen von 723,2 Mio. Euro wurden gut 14 % der Gesamtanlagen in dieses Segment investiert. Auch im Jahr 2013, so gehen Experten aus, werden sich die Emissionshäuser daher stark auf die beiden Segmente Energie und Immobilien konzentrieren. Schiffsfonds, Private Equity Fonds sowie Flugzeugsfonds spielten hingegen eine eher untergeordnete Rolle.

Emissionstätigkeit bleibt gedämpft; Bedeutung des Bankenvertriebs nimmt ab

Wie aus den Branchenzahlen 2012 weiterhin ersichtlich ist, spielen die Banken beim Verkauf geschlossener Fonds an private Investoren eine weniger wichtige Rolle. Konnten 2011 noch gut 46 % der Anlagen über Banken platziert werden, reduzierte sich dieser Anteil 2012 auf nur noch 33 %. Freie Vertriebe hingegen konnten ihr Anlageniveau nahezu stabil halten.

Für das Jahr 2013 erwarten Experten ein eher gedämpftes Wachstum, denn die Umsetzung der neuen gesetzlichen Anforderungen an geschlossene Fonds, die im Sommer dieses Jahres umgesetzt werden sollen, ist noch nicht endgültig geklärt. Diese Unsicherheit könnte dafür sorgen, dass im ersten Halbjahr 2013 weniger Geld in geschlossene Fonds investiert wird. Im Anschluss daran dürfte das Investitionsvolumen aufgrund der großen Nachfrage nach Sachwertinvestments wieder steigen.

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