Der Bund hat angekündigt, seine Geschäfte mit Privatanlegern auszuweiten. Laut Informationen des Bundesfinanzministeriums stehen konkrete Details allerdings noch nicht fest. Denkbar seien flexibel verzinste Produkte mit längeren Laufzeiten, Produkte für Dauersparer oder etwa Wertpapiere zur Absicherung der Inflation.
Bereits seit dem 1. Juli dieses Jahres haben private Anleger die Möglichkeit, Tagesgeld nicht nur bei Banken und Sparkassen sondern auch beim Bund anzulegen. Die Finanzagentur des Bundes – bislang bekannt für die Herausgabe von Bundeswertpapieren – bietet erstmals ein täglich verfügbares Zinspapier als Tagesanleihe an.
Banken und Sparkassen im Aufstand gegen Pläne des Bundes
Schon in den ersten Tagen konnte der Bund mit der Tagesanleihe 100 Mio. EUR generieren. Für Banken und Sparkassen Grund zur Sorge. Sie sehen in dem Angebot einen Angriff auf ihr Kerngeschäft. Außerdem fühlen sie sich benachteiligt, weil sie im Gegensatz zur Finanzagentur Steuern zahlen müssen und aufsichtsrechtlichen Regeln unterliegen.
Mit dem Privatkundengeschäft will der Bund künftig wieder mehr seiner Schulden finanzieren. So sollen laut Aussage des Bundesfinanzministeriums in fünf Jahren zwischen acht und zehn Mrd. EUR von privaten Investoren stammen, was rund vier Prozent der Bruttokreditaufnahme des Bundes entspräche. Verglichen mit Ländern wie Großbritannien und Italien, die 14 bzw. 15 Prozent ihrer Bruttokredite durch private Anleger finanzieren, würde Deutschland damit immer noch weit hinten liegen.
Es bleibt spannend, welche konkreten Produkte der Bund in nächster Zeit auf dem Markt einführt

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