Die Gewerkschaften kämpfen in letzter Zeit hart gegen Mitgliederschwund und Vertrauensverlust. Nicht immer so hat es den Eindruck wird die Vorgehensweise der Arbeitnehmervertreter als besonders positiv eingeschätzt. Affären wie die VW Betriebsrats haben das Bild der Gewerkschafts-„Funktionäre“ in den Betrieben nicht unbedingt positiv beeinflusst.
Umso erstaunlicher, dass es nach Berichten von Wirtschaftswoche und Spiegel Online Bestrebungen gibt den Einfluss der Gewerkschaften auch bei bei SAP in Walldorf geltend zu machen. Im Laufe der Woche soll es dazu eine Mitarbeiterversammlung geben, die über diesen Vorschlag zu entscheiden hat.
Die erstmalige Einrichtung eines SAP Betriebsrats wird aber verschiedentlich als nicht besonders wahrscheinlich betrachtet, bereits früher hatte es entsprechende Anläufe gegeben, die am Widerstand der Mitarbeiter gescheitert sind. Die SAP Unternehmensführung steht dem Vorhaben nicht ganz offen gegenüber, Mitgründer Dietmar Hopp wird mit den Worten „Ein von der IG Metall gesteuerter Betriebsrat widerspräche jeder Vernunft und passt nicht zur SAP-Kultur“ zitiert.
Angesichts übertariflicher Bezahlung und einiger außertariflicher Leistungen darf man hoffen, dass die Mitarbeiter eine weise Entscheidung treffen werden. SAP hat es auch ohne Betriebsrat zu „Deutschlands bestem Arbeitgeber in der Kategorie ab 5000 Mitarbeitern“ im Jahr 2006 (Capital) geschafft.

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