Eigentlich haben es alle kommen sehen, aber wie so oft wollte wieder keiner auf seinen wohl kalkulierten Gewinn verzichten. Ein bisschen was geht noch – und dann kam das Ende doch überraschend. Nach und nach mussten sich Kreditinstitute die Blöße geben und eingestehen, dass das Risiko der gehaltenen Kredite nicht mehr den bilanzierten Risiken entsprechen. Erst wurde die Laune schlecht, dann das Geld knapp. Zusätzliches Misstrauen ließ den Interbankengeldverleih-Zins in – vergleichsweise – astronomische Höhen steigen bis die EZB mit ihrem Eingreifen weitere Schwankbewegungen ausgleichen konnte.
So richtig helfen konnte das aber auch nicht, also griff schlussendlich die amerikanische Notenbank mit einer kleinen aber bedeutenden Zinssenkung ein und brachte neuen Schwung in das Börsen Auf und Ab. Binnen weniger Stunden – so scheint es – sind alle Sorgen vergessen. Was gestern war – ist alt und lange vorbei.
Nur in Deutschland zieht das leidige Kreditthema der Subprime Bonds weitere Kreise. Am Wochenende zog mit der Sachsen LB die nach der IKB zweite deutsche Bank blank und musste sich aus dem eigenen Netzwerk – diesmal das der Sparkassen – den Dispo um rund 17,3 Mrd. Euro erhöhen lassen. Diesmal haben auch wieder alle was davon, als Bürge für diese auch für eine Landesbank nicht ganz unwesentliche Summe, bzw. notwendige Kreditlinie, trat der Steuerzahler in Form des Landes Sachsen höchstpersönlich auf.
Während also in New York über den Schachzug der Fed gejubelt wird und die Kurse an asiatischen wie auch amerikanischen Börsen wieder sprunghaft steigen, schwankt man in Dresden ob der neuen Kreditlinie.
Normale Anleger dürfen getrost Kopf schüttelnd einen Blick auf das Desaster werfen – ob das Schlimmste überstanden ist oder mit der anstehenden Hurrikan Saison weitere Sturmböen an den Weltbörsen zu erwarten sind bleibt abzuwarten.
Einen ersten Vorgeschmack haben die Wetterfrösche von Goldman Sachs bereits veröffentlicht. Bei einem milden Winter ohne schwere Sturmschäden kann der Preis bei rund 90 USD je Barrel (aktuell rund 70 USD) liegen. Bei größeren Produktionsausfällen wird aufgrund des geringen US-amerikanischen Lagerbestands der Ölpreis deutlich größere Höhen erreichen.
Es bleibt also abzuwarten ob die Blase bereits Luft entweichen lässt, oder bisher nur an einigen Stellen wund gerieben ist und der große Knall folgt.

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