Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen bringen Schwung in die Deutschland AG. Es geht wieder aufwärts. So weit aufwärts, dass die BILD Zeitung in großen Lettern auf der Titelseite die aktuellen Arbeitsmarktzahlen präsentiert. Was kaum für möglich gehalten worden war passiert doch noch: Arbeitsplätze entstehen wieder in Deutschland. Nicht nur bei deutschen Unternehmen irgendwo weit weg im Ausland. Dennoch stellen sich auch in diesen schwungvollen Zeiten viele Anleger die gleiche Frage. Es ist Mai. Verkaufen oder nicht verkaufen?
Bevor Statistiken über die letzten Börsen-Jahre und -Jahrzehnte zu Rate gezogen werden und mühsame Gewinne aus reiner Vorsicht zu Geld gemacht werden, vielleicht ein paar aktuelle Argumente aus dem Wirtschaftsgeschehen:

  • Die Allianz hat sich im ersten Quartal von diversen Beteiligungen getrennt. Der Erlös aus diesen Verkäufen und dem allgemeinen Geschäftsergebnis beträgt 3,2 Mrd. Euro. Diese Größenordnung entspricht rund ca. 46 Prozent des Gesamtjahresergebnis 2006. Merrill Lynch hat die Allianz-Aktie nach der Veröffentlichung der Zahlen mit dem Attribut „Buy“ versehen und als Kursziel von 190 Euro festgestellt (aktueller Kurs 166,70 Euro) was einem weiteren Kurspotential von 14 Prozent entspricht.
  • Deutsche Telekom gliedert Call Center in T-Service aus. Nachdem die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di das letzte von der Telekom gesetzte Einigungsangebot (stufenweise Reduzierung der Gehälter um neun Prozent; Verlängerung der Arbeitszeit um vier Stunden auf 38 Stunden pro Woche; Garantie der Telekom zu Neueinstellungen; Kündigungsschutz und ein Verkaufsverbot für neue Service-Betriebe bis Ende 2010) hat verstreichen lassen, stehen die Zeichen auf Sturm. Für den morgigen Donnerstag werden Protestveranstaltungen von etwa 15.000 Telekom-Mitarbeitern erwartet.
  • Fondsmanager erhöhten im April Ihren Aktienanteil und verringerten den Rentenanteil in ihren Fonds. Der Aktienanteil stieg von durchschnittlich 42,99 Prozent auf 45,60 Prozent (+ 6%) gleichzeitig sank der Rentenanteil in den Fondsportfolios von 27,27 Prozent auf 25,38 Prozent. (- 7%). Der Anteil Bargeld verringerte sich leicht auf jetzt durchschnittlich 22,43 Prozent.
  • Das sich aus diesen Ereignissen abzeichnende Bild ist eher uneinheitlich, zeichnet aber zumindest kurzfristig keinen allzu negativen Trend. Wie lange Wachstum und Zugewinn erhalten bleiben kann ist dabei offen. Ebenso wie die Verwendung der Allianz Milliarden und der Zielsetzung von Ver.di.

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