Aberdeen Asset Management wird den 1,3 Milliarden Euro schweren offenen Immobilienfonds Degi Europa auflösen. Das geht aus einer Pressemitteilung von Aberdeen hervor. Seit 1972 galt Degi Europa als einer der erfolgreichsten Fonds seiner Art und war der Klassiker unter den offenen Immobilienfonds in Deutschland. Ende September 2010 weiste der Fonds aber eine Wertentwicklung von minus 23,7 Prozent auf. Schon seit zwei Jahren kamen die Anleger nicht mehr an ihr Geld, da der Fonds durch eine Rücknahmeaussetzung eingefroren worden war. Nach eingehender Prüfung konnte nun nicht mehr garantiert werden, dass die Liquidität von über 30 Prozent für die Bedienung der Rückgabewünsche ausreicht. Dies sei unter anderem auf das angespannte Marktumfeld zurückzuführen.

Halbjährliche Rückzahlungen

Aberdeen wird im Zuge der Fondsauflösung halbjährliche Rückzahlungen an die Anleger vornehmen. Eine erste größere Tranche wird voraussichtlich im Januar 2011 an die Anleger ausgezahlt. Diese Methode ist der einzige und fairste Weg, sowohl professionellen wie auch Privatanlegern geordnet Rückzahlungen zu gewähren. Alle Anleger erhalten pro Anteilschein einen bestimmten Betrag ihres Investments zurück, gleichzeitig sinkt der Anteilpreis ihrer Anlage entsprechend. Diese Methode wiederholt sich halbjährlich bei entsprechenden Veräußerungserlösen über den Zeitraum der gesamten Auflösung bis zum 30. September 2013. Dabei werden für alle Anleger der gleiche Preis und die gleiche Auszahlungsquote gewährleistet. Großverkäufen wird hiermit vorgebeugt, die Gleichbehandlung aller Anlegergruppen und der Anlegerschutz gewahrt.

Dr. Hartmut Leser, Vorstandsvorsitzender der Aberdeen Asset Management Deutschland AG, kommentiert die Entscheidung: „Anlegerschutz hat für uns höchste Priorität. Aufgrund aktueller Berechnungen können wir mit der jetzigen Liquiditätsquote von über 30 Prozent nicht gewährleisten, dass alle rückgabewilligen Anleger bei Wiedereröffnung des Degi Europa ihre Anteile zurückgeben können. Aberdeen hat sich für das Modell der halbjährlichen Rückzahlungen entschieden, um die Gleichbehandlung aller Anlegergruppen zu garantieren.“

Seit Rücknahmeaussetzung im Oktober 2008 sind bis heute Immobilien im Wert von 423 Millionen Euro veräußert worden. Aberdeen ist nach wie vor in intensiven Gesprächen mit unterschiedlichen Investoren, um die Immobilien zu bestmöglichen Preisen zu veräußern. Darüber hinaus hat das Fondsmanagement umfangreiche Risikovorsorge getroffen und dazu Rückstellungen gebildet. Es ist geplant, mit einem Teil der bestehenden Liquidität Kredite zurückzuführen, um die aktuelle Kreditquote zu senken.

Übersicht offene Immobilienfonds:

Offenen Immobilienfonds Europa

Offene Immobilenfonds Welt

0 0 0 0 0