Es ist genau so drastisch wie es klingt. Auch in 2019 halten die deutschen Sparer am altbewährten Kurs fest, und dieser steht auf „Geldverbrennung“. Im Schnitt verlor jeder Deutsche damit 470 Euro im Kalenderjahr 2018. Und das alles nur aus Angst sein Geld verlieren zu können!
hand of one person handing over cash to anotherWas irrwitzig klingt ist leicht erklärt. Die Börse ist riskant – davon sind viele Sparer fest überzeugt. Die Krisenzeiten mit hohen Kursverlusten haben sich ins Gedächtnis gebrannt. Da legt man das Geld doch lieber aufs eigene Konto. Zwar sind die Zinsen niedrig, aber immerhin ist das Geld verfügbar und sicher. Und genau das ist der große Irrtum. Denn die Zinsen sind so niedrig, dass sie die jährliche Inflation nicht ausgleichen!
Im Detail bedeutet dies, der Realzins ist längst negativ und sank im 4. Quartal 2018 auf ein Rekordtief von minus 1,98 Prozent.
„Negativer Realzins“, das bedeutet, die Sparzinsen lagen unterhalb der Inflationsrate. Nämlich bei einem Einlagenzins von durchschnittlich 0,19 Prozent und einer Inflationsrate von 1,93 Prozent.
Somit betrug der sogenannte Realzins 2018 im Durchschnitt minus 1,74 Prozent! Der Realzins ist also der tatsächliche Zins, den die Sparer unter Berücksichtigung des Kaufkraftverlustes erzielen. Dies geht u.a. aus der aktuellen Analyse der Comdirect Bank zu diesem Thema hervor.

Seit Ende 2010 verloren deutsche Sparer insgesamt 113,3 Milliarden Euro durch diesen Effekt. Das Anlageverhalten der Deutschen wurde durch diesen schleichenden Verlust trotzdem nicht geändert. Zu groß scheint die Angst vor fallenden Kursen an der Börse.

Sparer sollten sich eigentlich schon seit einigen Jahren genau überlegt haben, was sie mit ihrem Geld machen. Erstmals drehte der Realzins bereits vor 9 Jahren unter die schwarze 0. Ein Sparkonto einzurichten und darauf Geld einzuzahlen ist also seit 2010 die sicherste Art das ersparte Geld zu verlieren – und die beliebteste. Denn noch immer setzt die breite Masse der deutschen Sparer auf alte Klassiker wie Sparbuch und Co.